Traumberuf: Lehrerin für Textilgestaltung

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Birte Wedekamp (links) trägt das selbsterstellte Computer-Kleid von Corinna Recksiek (rechts).

SOEST - Ihr Traumberuf ist Lehrerin, ihre Fächerkombination eher ungewöhnlich: Die 23-jährige Corinna Recksiek studiert im sechsten Semester Mode-Textil-Design und Englisch auf Lehramt an der Universität Paderborn, weiß aber auch, dass es Fächer wie Textilgestaltung in Schulen zuletzt immer seltener gab.

Trotzdem ist sie sich sicher, später einen guten Platz als Lehrerin zu finden. „Im Kreis Paderborn kommen diese Fächer wieder. Es wird aber nicht mehr Textilgestaltung heißen, da man das Ganze nicht mehr nur auf stricken, nähen und häkeln reduzieren will, sondern mehr in die ästhetische Forschung gehen möchte“, so die Soesterin.

Das würde bedeuten, dass Schüler sich mehr damit beschäftigen, was sie umgibt und darauf aufmerksam werden, „wie wir Sachen sehen“. Unterrichten wird die 23-Jährige später vor allem Schüler zwischen der fünften und zehnten Klasse, aber auch Leistungskurse seien möglich.

Dabei war das „alles eigentlich ein totaler Zufall“. Nach ihrem Abitur war Corinna ein Jahr als Au Pair in Colorado und entschied sich nach ihrer Rückkehr für Mathe und Englisch auf Lehramt. „In Mathe wurde ich nicht angenommen, und dann musste ich ein anderes Fach wählen. Das war dann Mode-Textil-Design. Mittlerweile mache ich das sogar viel lieber als Englisch“, so die Soesterin.

Corinnas beste Freundin Birte Wedekamp mit einem Rock mit Fußabdrücken.

Ihre Kreativität kann sie vor allem in Seminaren voll ausleben. „In einem Kurs habe ich ein Kleid aus Computer-Innenteilen gemacht. Unsere Kleider haben wir dann bei einer Modenschau unter dem Titel ‚think it, wear it’ (Denke es, trage es) im Heinz-Nixdorf-Museum präsentiert. Sogar das Fernsehen hat einen kleinen Beitrag dazu gedreht“, erzählt Corinna begeistert.

Aber auch in ihrer Freizeit greift die Studentin oft zu Nadel und Faden und bastelt sich ihre eigene Mode. Zuletzt funktionierte sie einen Anzug zu einem Kleid um und näht zahlreiche Kissen für ihre Freunde. Das Nähen hat sich die 23-Jährige in erster Linie selbst beigebracht, aber auch ihre „Mutter und verschiedene Youtube-Tutorials“ haben geholfen.

In einem aktuellen Projekt beschäftigt sie sich mit dem Bedrucken eines Kleides mit Hilfe von Schreibmaschinentypen und näht an einem Teppich aus Kuhfellresten. „Den habe ich bei Wohnkultur gesehen. Kostet dort 400 Euro. Ich habe mir gedacht, das kann ich auch selber und habe mir die Kuhfellreste für 35 Euro besorgt“, so die 23-Jährige.

Als Klamotten-Fetischistin sieht sie sich aber auf keinen Fall. „Ich bin nicht jemand, der tausend Klamotten im Schrank hat. Tatsächlich funktioniere ich aber alte Klamotten, die mir nicht mehr passen, um.“ Do-it-yourself und Wiederverwertung spielen für Corinna deshalb eine große Rolle.

Quelle: wa.de

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