Deutscher Vizemeister: Christian Wiencke fährt Autorennen

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Mofarennen werden für Christian Wiencke immer ein Hobby bleiben.

Hamm - Christian Wiencke war vier Jahre alt, als er das erste Mal auf einer Kartbahn stand. Damals durfte er noch nicht selber fahren, sondern schaute seinem älteren Bruder zu. Die Faszination die er damals empfand, hat ihn aber nie losgelassen.

Mit acht Jahren saß er dann endlich selbst im Kart – mit sämtlichen Pedalverlängerungen und Sitzpolstern, die möglich waren. Losgelassen hat ihn das nie, sodass der heute 22-jährige Hammer seit mittlerweile drei Jahren auch Autorennen in der Amateurliga fährt.

Bevor Christian überhaupt an solchen Rennen teilnehmen konnte, war Vorarbeit nötig: „Das Auto musste umgebaut werden. Vorgeschrieben sind zum Beispiel ein Käfig von innen, damit sich die Karosserie nicht verbiegen kann, Schalensitze und ein Sechspunktgurt, damit man fest im Auto sitzt, und der Airbag musste ausgebaut werden“, erklärt er.

Feuerfeste Kleidung

Der 22-jährige Christian Wiencke fährt seit drei Jahren Autorennen in der Amateurliga mit einem speziell hergerichteten BMW

Zur Ausrüstung gehören außerdem feuerfeste Kleidung und ein Helm. Vor jedem Rennen wird das Auto genau auf Schäden überprüft und die Strecke über YouTube-Videos angeschaut: „Man muss schon wissen, wo es lang geht, damit man keine bösen Überraschungen erlebt.“ Bisher gab es die für Christian bei den Sprintrennen glücklicherweise noch nicht.

Ein Sprintrennen dauert etwa 20 bis 30 Minuten. „Man kann sich das wie Formel 1 auf zehn Runden vorstellen. Wenn der erste seine zehn Runden voll hat, wird abgewunken“, erläutert Christian. Dabei wird man schon mal bis zu 220 Kilometer pro Stunde schnell. Genau das ist es auch, was ihm so daran gefällt: „Es macht Spaß, das Auto richtig schnell am Limit zu bewegen, zu gucken, was es kann. Außerdem kann man sich dabei schöne Zweikämpfe mit anderen Fahrern liefern und das Adrenalin rauscht durch den Körper.“

Mofarennen als Hobby

Nicht ganz so schnell, aber mit genauso viel Adrenalin geht es auch bei Christians zweitem Hobby zu: Seit vier Jahren fährt er Mofarennen. „Das war eigentlich eine Schnapsidee von meinem Vater und seinen Freunden aus dem Motorradclub. Damals gab es bei Wilshaus noch Mofarennen und sie dachten, es wäre eine witzige Idee, da mal mitzufahren, und haben dann eine Mofa zusammengezimmert“, lacht er.

Ein Jahr später sprang der Funke dann auch auf Christian über. Ein Rennen dauert zwischen zwei und sieben Stunden, da dann auch mit Fahrerwechsel. Doch längst nicht bei jedem Rennen kommt Christian auch ins Ziel: „Mofarennen werden immer ein Hobby bleiben. Da hat man einfach Spaß und unternimmt was mit Freunden, aber wir sind da nicht so ambitioniert wie bei Autorennen, da wollen wir schon was erreichen.“

Studium der Fahrzeugtechnik

Und das klappt gut: Vor zwei Jahren wurde er mit seinem Team in seiner Klasse Deutscher Vize-Meister und aktuell kämpft er immer um das Podest, oft auch um den Sieg. Beruflich möchte Christian auch in die Autobranche gehen. Allerdings nicht als Fahrer, dafür ist er mittlerweile zu alt. „Aktuell studiere ich Fahrzeugtechnik an der Fachhochschule Dortmund und könnte mir durchaus vorstellen, nach dem Studium als Ingenieur die Wagen zu konstruieren und auf Veranstaltungen zu betreuen.“ Einen Traum hat er als Fahrer dennoch: „Die RCN Rundstrecken-Challenge und das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring wären schon richtig toll.“

Quelle: wa.de

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