Von Bäumen, Poltern und Kulturfrauen

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Die 14-jährige Carla und Betriebsleiter Jan-Hinrich Brötje.

LÜDENSCHEID - Die Forstverwaltung des Schlosses Neuenhof nahm ebenfalls am „Girls’ Day“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teil.

Auch in einem Forstbetrieb gibt es unterschiedliche Berufe und Tätigkeiten, die überwiegend von Männern ausgeführt werden, jedoch prinzipiell auch für Mädchen interessant sein könnten. „Den Beruf des Försters wählen inzwischen schon viele Frauen“, erklärte dazu Alhard Graf von dem Bussche-Kessell, Besitzer des Schlosses Neuenhof und des dazugehörigen Forstbetriebes. „Forstwirtinnen und Waldarbeiterinnen gibt es dagegen seltener, denn das ist mit harter körperlicher Arbeit verbunden, die in den meisten Fällen nur ein Mann bewältigen kann.“

Es habe einmal eine Bewerberin für eine Ausbildung zur Forstwirtin gegeben, der man nach einem Praktikum aus körperlichen Gründen nachdrücklich davon abgeraten habe, die Ausbildung zu machen. „Früher gab es jedoch in einem Forstbetrieb auch so genannte ‚Kulturfrauen’, die für die Aufzucht von Bäumen zuständig waren“, erzählte Alhard Graf von dem Bussche-Kessell. Dies sei für die Waldvermehrung notwendig gewesen, die früher in verstärktem Maße betrieben worden sei. „Heute überlassen wir jedoch den größten Teil der Waldvermehrung der Natur und schaffen Blößen (Freiflächen), auf denen sich Pflanzen und Tiere ungehindert entfalten können“, berichtete Graf von dem Bussche-Kessell.

Mit der 14-jährigen Carla, Schülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, fand sich dennoch ein Mädchen, das an den Forstberufen interessiert ist. Gemeinsam mit Jan-Hinrich Brötje, Betriebsleiter und Assessor des Forstdienstes bei der Forstverwaltung des Schlosses Neuenhof, erhielt die Schülerin einen ganzen Tag lang Einblick in die Arbeiten, die in einem Forst anfallen.

Ein wenig trocken ging es am Morgen mit Büroarbeit und Behördenangelegenheiten los. „Das ist natürlich ebenfalls wichtig und gehört einfach dazu“, erklärte Jan-Hinrich Brötche. Im Anschluss lernte Carla, welche unterschiedlichen Aspekte in den Wegebau einfließen, und zwar anhand eines konkreten Wegebauprojektes in Fernhagen. „Dort geht es darum, einen einfachen Rückeweg, der für den Holztransport mit Rückemaschinen vorgesehen ist, zu einem LKW-fähigen Weg auszubauen“,berichtete Brötje.

Doch auch in die konkrete Holzverarbeitung sowie die Vermessung von noch stehenden Bäumen und liegenden Stämmen erhielt Carla einen Einblick. Diese Vermessungen sowie die Kennzeichnung der Polter, also der einzelnen Gebinde bereits gefällter und zugeschnittener Stämme, konnte die Schülerin eigenhändig vornehmen. - bot

Quelle: wa.de

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