Ausbildungsreihe: Mediengestalter

Jasmin Keller macht Ausbildung zur Mediengestalterin

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Jasmin Keller.

HAMM – Die 21-jährige Jasmin Keller befindet sich im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital und Print, Fachrichtung Konzeption und Visualisierung, und noch immer ist sie sich sicher: Das ist genau ihr Ding. Müsste sie ihre Ausbildung in drei Worten beschreiben, wären das „abwechslungsreich, technikversiert, kreativ“.

Über ihren Arbeitsalltag und Tipps für Interessierte sprach sie mit yourzz-Reporterin Ina Paulfeuerborn im Interview.

Wie bist du auf den Beruf der Mediengestalterin gekommen? Warum hast du dich dafür entschieden?

Jasmin: Ich habe immer schon Interesse für den Gestalterberuf gezeigt und mich auch viel mit Gestaltung und Kunst beschäftigt. Besonders Zeitschriftencover fand ich spannend und Bücher habe ich mir auch immer anhand ihrer Gestaltung ausgesucht. Dann habe ich zwei Schulpraktika in Agenturen absolviert und dann auch während der Ferien ausgeholfen oder gefragt, ob ich einfach ein paar Sachen ausprobieren darf. Das hat den Ausschlag gegeben und ich habe nach dem Abitur ein Jahrespraktikum absolviert.

Was genau macht ein Mediengestalter? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Jasmin: Beratung, Konzeption, Durchführung. Das sind drei Schlagwörter, an denen man sich entlanghangeln kann: Als Mediengestalter berät man den Kunden für seinen öffentlichen Werbeauftritt. Dazu gehören zum Beispiel Logo- und Visitenkartengestaltung. Dabei entwickelt man ein Konzept, führt dieses durch und auch weiter. Mein Arbeitstag sieht so aus, dass ich morgens zuerst meine E-Mails checke und beantworte, dann erstelle ich mir eine To-Do-Liste und spreche mich mit meinem Ausbilder ab, was für den Tag ansteht. Kundenkontakt habe ich hauptsächlich via Telefon und E-Mail, Treffen stehen eher seltener auf der Tagesordnung. Ansonsten gestalte ich Flyer, Kalender, Verpackungen und vieles mehr, füge Übersetzungen von Zeitschriften ins Layout ein und pflege Internetseiten von Kunden.

Zu deiner Ausbildung gehört neben der Arbeit im Betrieb auch der Besuch einer Schule. Was lernst du da?

Jasmin: Es gibt natürlich die typischen Fächer wie Englisch, Deutsch und Sport, aber ansonsten ist das sehr berufsbezogen. Dabei werden die Fächer noch mal in Theorie und Praxis aufgeteilt. Grob kann man sagen, dass ich dort die gestalterische Praxis lerne, aber auch etwas zur Geschichte und ich erhalte Technikunterricht. Da lerne ich dann zum Beispiel die Grundlagen fürs Programmieren und etwas über die verschiedenen Druckverfahren. Außerdem habe ich auch BWL-Unterricht, allerdings auch berufsbezogen, also Themen wie Urheberrecht.

Was macht dir an deiner Ausbildung besonders viel Spaß?

Jasmin: Es gibt Sachen, die gehören einfach dazu, beispielsweise Texte einzupflegen. Das macht auch Spaß, aber richtig gerne beschäftige ich mich mit Aufgaben, bei denen ich ganz frei gestalten kann. Dazu gehört dann auch ein Kunden-Briefing, die Entwicklung eines Konzeptes und viel mehr. Dabei kann ich alles ausschöpfen, was Mediengestalter ausmacht. Das ist in der Praxis aber selten. Da beschäftige ich mich mehr mit Bildbearbeitung.

Im Medien- und Designbereich sind Studienplätze heiß begehrt. Warum hast du dich gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden?

Jasmin: Ein Studium interessiert mich bezüglich der Themen schon, aber mir war wichtig, vorab zu sehen, wie Gestalter und Designer tatsächlich arbeiten und schon das nötige Handwerkszeug zu lernen. Es ist in der Branche auch gar nicht unüblich, erst eine Ausbildung zu machen und dann ein Studium draufzusetzen. Das peile ich auch so an, auch wenn die Richtung des Studiums noch nicht feststeht.

Für wen kannst du diese Ausbildung empfehlen? Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Jasmin: Empfehlen kann ich das jedem, der sich für Design und Gestaltung begeistern kann. Wer sich ein Magazin lange anschauen und sich am Layout freuen kann, ist in dem Beruf bestimmt nicht verkehrt. Man sollte auf jeden Fall mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich aufmerksam umschauen. Kreativität gehört auch dazu, ebenso ein Gefühl für Zeit- und Trendgeist. Wichtig ist auch Geduld: In der Regel ist das erste ausgearbeitete Konzept nicht das beste, sondern das braucht Zeit. Und man sollte sich im Klaren darüber sein, dass man zu 95 Prozent am PC arbeitet.

Hast du Tipps für andere, die sich für die Ausbildung interessieren?

Jasmin: Praktika machen, den Beruf kennenlernen, sich mit Leuten unterhalten, die auch nur entfernt mit Gestaltung zu tun haben, und vor allem Kontakte knüpfen. Ohne die geht es nicht. An den ausbildenden Schulen werden auch die Abschlussarbeiten der Schüler ausgestellt, die sollte man sich ansehen und auch ruhig die Schüler ansprechen und ausquetschen.

Quelle: wa.de

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