Ausbildungsreihe: Feuerwehr Hamm

Julian Lübke macht Ausbildung zum Brandmeister

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Julian Lübke.

HAMM - Die Feuerwehr Hamm wird im Jahr zu circa 800 Brandeinsätzen, 1300 technischen Hilfeleistungseinsätzen und 30.000 Rettungs- und Krankentransporten gerufen. Aus diesem Grund absolvieren zurzeit 16 Männer und Frauen die Ausbildung zum Brandmeister beziehungsweise zur Brandmeisterin bei der Feuerwehr Hamm.

Einer davon ist der 25-jährige Julian Lübke. Im Interview mit yourzz-Reporterin Carolin Drees erzählt er, welche Voraussetzungen man für die Ausbildung mitbringen muss und warum Angst während eines Einsatzes fehl am Platz ist.

Wie kommt man auf die Idee, zur Feuerwehr zu gehen? War das ein Kindheitstraum, den Sie sich nun erfüllen?

Lübke: Ich bin bereits vorbelastet und seit Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr und der DLRG tätig. Der Verdienst als ausgelernter Forstwirt ist nicht sehr groß, deshalb habe ich mich nach meiner Ausbildung und einigen Jahren in dem Beruf anders orientieren wollen. Was liegt da näher, als sein Hobby zum Beruf zu machen und sich so einen Traum zu erfüllen?

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Lübke: Man muss vorher auf jeden Fall eine dreijährige medizinische oder technische Berufsausbildung gemacht und das Auswahlverfahren bestanden haben. Leute, die sich für eine Ausbildung bei der Feuerwehr interessieren, müssen unbedingt teamfähig sein. Hier gibt es keine Einzelkämpfer. Im Einsatz ist jeder auf jeden angewiesen. Man muss kontaktfreudig und hilfsbereit sein. Natürlich sollte man auch ein gewisses technisches Grundverständnis mitbringen. Eine Sache ist aber von besonderer Wichtigkeit: Man muss es wollen. Ohne Ehrgeiz kann man es nicht schaffen.

Wie ist der Ablauf der Ausbildung?

Lübke: Zunächst führt der Weg durch einige Auswahlverfahren. Und man schneidet nicht bei jedem gut ab. Man kann sich noch so anstrengen, irgendwann erlebt man Rückschläge. Aber dann darf man nicht aufgeben, man muss weiter kämpfen. Sobald man das Auswahlverfahren und das Bewerbungsgespräch geschafft hat, absolviert man in den ersten fünf Monaten die Grundausbildung. Inhalte sind zum Beispiel Maschinen- und Materialpflege, die Ausbildung Technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung oder Dienstsport. Danach macht man eine dreimonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter, sofern man nicht vorher bereits im Rettungsdienst tätig war. Es folgt das Wachpraktikum, in dem man reale Einsätze im 24-Stunden-Dienst miterlebt und praktische Erfahrungen sammelt. Die Ausbildung endet nach 18 Monaten mit der Laufbahnprüfung. Mit Bestehen dieser ist man ausgelernter Brandmeister und Beamter auf Probe.

Was ist für Sie das Faszinierendste an diesem Beruf? Können Sie sich etwas anderes vorstellen?

Lübke: Man tut etwas Gutes und kann gleichzeitig damit sein Geld verdienen, das ist natürlich super. Aber die Arbeit ist auch einfach vielfältig und spannend. Man weiß nie, was auf einen zukommt und nur das Team bringt es zum Ziel. Das sind für mich Eigenschaften, die einen Job faszinierend machen. Natürlich ist es anstrengend, aber ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung und habe Spaß an der Ausbildung.

Denken Sie, dass sich der Beruf des Brandmeisters in den nächsten 20 Jahren verändern wird? Könnte er durch Maschinen ersetzt werden?

Lübke: Ich denke, dass sich das Berufsbild an sich nicht ändern wird, aber die Technik, mit der wir arbeiten. Die Technik wird sich immer weiterentwickeln, aber gerade wenn es um Menschenleben geht, kann man nicht von Robotern ersetzt werden.

Vor welchen Situationen haben Sie am meisten Angst? Gibt es Situationen, die Sie nachhaltig am meisten beeindruckt und in Ihrem Handeln beeinflusst haben?

Lübke: Ich denke, dass Angst ein zu großes Wort ist. Aber man sollte auf jeden Fall Respekt vor den Situationen haben. Gerade als Berufsanfänger denkt man über das erste richtige Feuer stärker nach. Einfach, weil man nicht weiß, was auf einen zukommt und weil man die Situation nicht kennt. Aber Angst ist eindeutig fehl am Platz, weil alles um mich herum schon Angst hat. Wenn die Feuerwehr in Angst und Panik ausbricht und nicht mehr fähig ist zu helfen, wer soll dann kommen?

Wo sehen Sie sich in 20 Jahren?

Lübke: Ich will mich weiterbilden und up to date bleiben. Über den Tellerrand hinaus gucken und schauen, welche Möglichkeiten ich noch habe. Ich will nicht an einem Punkt stehen bleiben, aber in 20 Jahren sehe ich mich auf jeden Fall noch bei der Feuerwehr.

Quelle: wa.de

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