Ausbildungsreihe: Bewerbung

Interview: Worauf man bei der Bewerbung achten sollte

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Ulrike Aßmann (links) und Tim Kaune erklären worauf man bei einer Bewerbung achten sollte.

HAMM - Vor der Ausbildung steht die Bewerbung. Aber auf was muss man dabei achten und was geht gar nicht? Ulrike Aßmann (28), die verantwortlich für das Auswahlverfahren von Auszubildenden und dual Studierenden bei der Siemens AG ist, und Tim Kaune (28), Geschäftsführer von Hengsbach Oberflächentechnik GmbH & Co. KG in Hamm erklären im Interview worauf man achten sollte.

Von Carolin Drees

Worauf legen Sie besonderen Wert, wenn Sie eine Bewerbung vor sich liegen haben und wenn ein Bewerber während eines Gesprächs vor Ihnen steht? Gibt es No-Gos?

Aßmann:

Auf unserer Internetseite finden Bewerberinnen und Bewerber unseren Online-Bewerbungsbogen, in dem wir alle wichtigen Informationen abfragen. Anschließend folgt direkt unser Online Assessment, ein Test, in dem wir Fähigkeiten im Bereich des logischen Denkens, Umgang mit Zahlen und Texten testen. Man sollte den Test nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn das Ergebnis ist für uns ein wichtiges Auswahlkriterium. Grundsätzlich raten wir allen Bewerberinnen und Bewerbern, sich mit der Online-Bewerbung und dem Online Assessment genauso viel Mühe zu geben wie mit dem Erstellen einer schriftlichen Bewerbungsmappe. Im Gespräch steht für uns neben dem persönlichen Auftreten die Motivation im Vordergrund: Wir möchten wissen, warum sich die Bewerberinnen und Bewerber für einen konkreten Ausbildungs- beziehungsweise dualen Studiengang interessieren, warum Sie bei der Siemens AG arbeiten möchten und wie sie sich informiert haben. No-Gos sind Desinteresse und fehlende Motivation.

Kaune: Für mich ist es sehr wichtig, dass die Unterlagen vollständig und sauber sind. Ich finde es auch schön, wenn die Bewerbung betriebsbezogen geschrieben ist und nicht allgemein, nur weil ein Bewerber eine Bewerbung schreiben musste und dazu gezwungen wurde. Außerdem sollte das Auftreten bei einem Gespräch gepflegt sein. Ein absolutes No-Go ist Unpünktlichkeit und wenn der Bewerber nicht in vollständigen Sätzen spricht.

Bewerben muss sich jeder. Wieso haben die meisten Bewerber Angst vor einem Bewerbungsgespräch? Ist ein gewisser Grad an Nervosität wichtig oder fällt dies negativ auf?

Kaune: Angst und Nervosität sind zwar nicht nötig, aber menschlich. Deshalb schreckt mich das auch nicht ab. Ein Bewerbungsgespräch ist für niemanden eine alltägliche Situation, Lampenfieber ist da ganz natürlich. Für mich ist es eher ein Merkmal dafür, dass ein Bewerber sich wirklich für die Stelle interessiert und diese auch wirklich haben will. Ein nervöser Bewerber ist besser als einer, der von sich eingenommen ist und immer wieder betont, wie toll er sei.

Aßmann: Nervosität während eines Bewerbungsgesprächs ist ganz normal. Man muss sich aber keine Sorgen machen, dass dies negativ auffällt. Eine gewisse Anspannung hilft in wichtigen Situationen auch, sich zu konzentrieren und gute Leistungen zu erbringen. Aber Angst muss man auf gar keinen Fall haben. Wir freuen uns sehr auf die Gespräche und darauf, die Bewerberinnen und Bewerber kennenzulernen. Schließlich handelt es sich um zukünftige Mitarbeiter und Kollegen.

Gibt es Unterschiede zwischen kleinen und großen Unternehmen? Legen sie verschiedenen Schwerpunkte und Prioritäten? Wie sollte sich ein Bewerber am besten vorbereiten?

Aßmann: Es gibt sicherlich Unterschiede, doch ich denke, dass sich in einem Punkt die meisten Unternehmen einig sind: Wir wünschen uns Bewerberinnen und Bewerber, die gut informiert, lernwillig und motiviert sind, eine Ausbildung beziehungsweise ein duales Studium bei uns zu absolvieren. Wir bei Siemens erwarten nicht, dass Lebenslauf und Zeugnis perfekt sind, doch wir wünschen uns, dass sich unsere Bewerberinnen und Bewerber im Vorfeld mit unserem Unternehmen beschäftigt haben, einige unserer Produkte nennen und uns verdeutlichen können, warum sie gerade die angestrebte Ausbildung beziehungsweise das duale Studium bei uns absolvieren möchten.

Kaune: Ein großer Unterschied ist, dass es in einem großen Unternehmen wesentlich unpersönlicher zugeht. Kleinere Betriebe achten vor allem auf den ersten Eindruck und das fängt schon in dem Moment an, in dem ein Bewerber auf den Hof fährt und aus dem Auto aussteigt. In kleinen Unternehmen trifft man solche Entscheidungen oft aus dem Bauch heraus. Vorbereiten sollte man sich aber sowohl für große als auch für kleine Unternehmen gleich gut. Das Idealste ist, wenn man sich vorher über den Betrieb informiert hat und dadurch auch die Möglichkeit hat, von sich aus Fragen zu stellen.

Quelle: wa.de

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