Chemie aus dem Computer

Archigymnasium nimmt an Studie der Uni Bielefeld teil

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Dr. Julian Roelle führte die Schüler in das Lernprogramm ein.

SOEST - Kann man nur mit einem Computer lernen? Wir funktionieren elektronische Lehrbücher? Die Schüler am Archigymnasium testen dies gerade selber aus.

Es geht um die Materie der Erde und des gesamten Universums. Das Atommodell verschafft Zugang zu einem weiten Feld, das reichlich Ansatzpunkte für Entdeckungen bietet. Ein riesiger Kosmos tut sich auf, wie ausgedehnt das Gebiet ist, das lässt sich beim Einstieg vielleicht nur vermuten. „Man weiß am Anfang nicht, was man alles wissen könnte“, sagt Dr. Julian Roelle von der Uni Bielefeld.

Er ist häufig zu Gast am Archi. Hier legte er sein Abitur ab – nun führt ihn vor allem wissenschaftliches Interesse zu seiner früheren Schule. Beim Gemeinschaftsprojekt des Soester Gymnasiums und der Einheit „Bildungspsychologie“ an der ostwestfälischen Hochschule geht es ums effektive Lernen. Beide Seiten profitieren von dieser Studie.

Eine typische Win-win-Situation, wie Marcus Ross, stellvertretender Schulleiter, betont. Am Archi finden neueste psychologische Erkenntnisse Eingang in den Unterricht, den Mitarbeitern der Uni ist es möglich, Daten zu erheben, die sie dann auswerten, um etwa Rückschlüsse auf Erfolge der Methoden zu ziehen. Dr. Julian Roelle begrüßt die Achtklässler an zwei Tagen zur Chemie-Stunde: Die Schüler sitzen am Laptop und arbeiten mit einem elektronischen Lehrbuch. „Man überschätzt sich oft“, erläutert Roelle. Denn wer frisch ins Thema einsteige, glaube nach einer Weile häufig, nun schon genug gelernt zu haben, weil er nicht ahne, wie umfangreich der Stoff ist und was da tatsächlich noch alles offen ist.

Die Schüler sind unter anderem aufgefordert, ihre Gedanken schriftlich festzuhalten. Sie nehmen außerdem an einem Test teil.

Einen großen Pluspunkt dieser Lernprogramme sieht Roelle in der Möglichkeit, das Tempo individuell zu bestimmen. „Schüler lernen ja unterschiedlich schnell“, betont er.

Bei der Gestaltung des Materials ist es immer wieder überraschend für die Wissenschaftler, dass manche Zusammenhänge von den Schülern „anders verstanden werden, als wir gedacht haben“. Für die Schüler sei der Besuch eine wertvolle Erfahrung, schildert Marcus Ross. Die Routine werde unterbrochen, die Schüler merkten, da komme jemand Fremdes zu ihnen, der sie nicht kenne, aber ernst nehme. - Köp.

Quelle: wa.de

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