Annika Besler absolviert Auslandssemester in Brasilien

+
Die 21-jährige Lüdenscheiderin Annika Besler wird in den kommenden sieben Monaten an der Universidade Federal da Paraíba in Brasilien studieren.

Lüdenscheid - Die 21-jährige Lüdenscheiderin Annika Besler studiert an der Universität Vechta Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften. Sie hat diesen Sommer das vierte Semester abgeschlossen. Doch nun wird alles anders, denn sieben Monate lang wird Annika im Nordosten Brasiliens, genauer in João Pessoa im Bundesstaat Paraíba, leben und studieren.

Von Jan Lehmann

Die Idee

Die Partneruni der Universität in Vechta ist die Universidade Federal da Paraíba (UFPB). Annikas Dozent startete bereits vor acht Jahren ein Projekt, in dessen Rahmen er einen Kurs und damit verbunden die Möglichkeit zu einem Auslandssemester in Brasilien anbietet, zu dem sich jeder Student der Universität einschreiben kann. In einem zweijährigen Sprach- und Landeskurs lernten die Studenten zuerst die Landessprache: brasilianisches Portugiesisch. Außerdem erfuhren sie viel über die Geschichte, kulturelle und gesellschaftliche Hintergründe des Landes. „Am Anfang waren wir 25 Studenten, jetzt sind wir nur noch zehn. Auch wenn ich echt viel Spaß hatte, war es schon ein harter Weg bis hierhin, aber jetzt bin ich froh, dass ich es durchgezogen habe und schon nächste Woche losfliege. Meine Freude wächst immer mehr. Ich hoffe, dass sich die Arbeit gelohnt hat“, erzählte Annika eine Woche vor dem Abflug.

Ihre Erfahrung

Durch den Sprachkurs hat Annika sehr viel über die Kultur des Landes erfahren, viele brasilianische Texte gelesen und das Tanzen im brasilianischen Stil erlernt. „Ich muss zugeben, dass das Verfassen von Texten schon ganz schön schwer ist. Ich fühle mich in der Lage, eine soziologische Diskussion zu führen, aber ein Eis in Brasilien zu bestellen, wird die erste große Herausforderung“, schmunzelte die 21-Jährige. Da das Austauschprogramm auch brasilianische Studenten an die Universität von Vechta bringt, habe sie schon einige Brasilianer kennenlernen dürfen.

Die Vorbereitung

In den letzten Tagen vor dem Abflug hatte Annika sehr viel Stress: „Auf meinem Tagesprogramm standen unzählige Besorgungen. Ich musste mich von Freunden und Verwandten verabschieden. Und dazu kamen noch geschätzte 1000 Behördengänge. Ich denke, wenn der Stress rum ist, werde ich nervös, ich kann es jetzt schon kaum abwarten.“ Zu ihrer Gastfamilie habe sie schon sehr viel Kontakt, allerdings sei ihr die Kommunikation mit ihnen doch sehr schwer gefallen, da sie die Sprache natürlich noch nicht flüssig beherrsche. „Ich freue mich darauf, die Kultur und andere Mentalitäten kennenzulernen und ich erhoffe mir am Ende die Sprache fließend sprechen zu können. Außerdem fände ich es schön, neue Kontakte und Freundschaften zu knüpfen und Erfahrungen für mich selbst zu sammeln.

Kofferpacken

Wie packt man einen Koffer für sieben Monate? Annika bekam die Erlaubnis, zwei Koffer mit je 23 Kilogramm Gepäck mitzunehmen. „Ich habe einfach alle meine Sommersachen, eine lange Hose und einen langen Pulli für den Notfall in den Koffer gepackt, da musste ich nicht mal den zweiten Koffer anfangen. Gut, jetzt habe ich doch noch einen Reiserucksack, ein Handgepäck und meinen Laptop einzeln dabei. Wenn noch irgendwas fehlt, kann man ja auch noch in Brasilien shoppen“, erklärte Annika mit einem Lächeln. Außerdem durften in ihrem Koffer Andenken, Geschenke für die Gastfamilie wie deutsches Bier und Schokolade, Mückenspray, Sonnenbrille und –creme, Medikamente, sowie Kühlpacks gegen die Hitze nicht fehlen. „Wie mir schon viele empfohlen haben, werde ich immer drei Euro und ein altes Handy in der Hosentasche haben, bevor ich irgendwann beraubt werde“, gab sie zu. Ein bisschen gesundes Misstrauen und Vorsicht hält Annika für angebracht.

Heimweh

Annika ist ein Familienmensch, zum Glück wird sie bei der Gastfamilie eine Internetverbindung haben: „Am meisten werde ich meine Familie, Geschwister und meine vierjährige Nichte und meinen vier Monate alten Neffen vermissen. Ich muss das erste Mal in meinem Leben meinen Geburtstag ohne sie feiern, ich hoffe wir können viel skypen. Außerdem werden mir meine Mädels sehr fehlen, zum Glück halten wir jetzt schon viel Kontakt über Whatts app.“

Die Umsetzung

Vor ihrem Abflug vom Hamburger Flughafen verbrachte Annika noch drei Tage mit ihren Eltern in Lübeck und Travemünde. Dann stieg die Lüdenscheiderin gemeinsam mit zehn anderen Studenten in den Flieger. Mit einem Zwischenstopp in Lissabon ging es nach Recife und dann mit dem Bus nach João Passoa, wo Annika am späten Abend bei der Gastfamilie ankam. Ab dem 8. September wird Annika an der UFPB in brasilianischer Sprache Sozialwissenschaften studieren. „Mein Ziel ist es, noch ein Praktikum zu machen, aber ich weiß nicht, ob sich das umsetzen lässt“, berichtete Annika vor ihrem Abflug in ihre Heimat auf Zeit.

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare