Kombination aus Crosslaufen und Schießen

Patrick Sapel aus Meinerzhagen ist begeisterter Sommerbiathlet

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Patrick Sapel (24) wechselt in dieser Bild-Kombination vom Crosslaufen zum Schießen.

Meinerzhagen - Biathlon ist eine Wintersportart. Nicht nur. Das zeigt Patrick Sapels Hobby. Der Meinerzhagener ist Sommerbiathlet. „Es ist eine Art Kombination aus Crosslaufen und Schießen. Zwischen dem Schießen im Liegen und Stehen werden verschiedene Strecken von insgesamt vier bis sechs Kilometern zu Fuß absolviert", sagt der 24-Jährige.

Und er fügt direkt an: „Ein weiterer Unterschied zum Winterbiathlon ist, dass hier die Gewehre nicht mitgeführt werden, sondern am Schießstand in dafür vorgesehenen Ständern auf uns Sportler warten.“

Angefangen hat für Patrick die Biathlon-Begeisterung in der dritten Grundschulklasse bei den Bundesjugendspielen: „Der abschließende 800- Meter-Lauf hat mir so gut gefallen, dass ich diesen Sport dann aktiv weiterbetreiben wollte. Also trat ich 1999 ohne irgendwelche Leistungsgedanken in den Leichtathletikverein in Meinerzhagen ein. Vorrangig ging es mir darum, mich zu bewegen und gemeinsam mit anderen Leuten etwas zu unternehmen.“

Kleinkaliber und Luftgewehr

Nach einigen Monaten nahm Patrick an seinen ersten Volksläufen über 800 und 1000 Meter teil. Patrick: „Zum Leichtathletik-Training kamen einige Sommerbiathleten, um ihre Laufform zu steigern. Diese fragten mich dann, als der Sommerbiathlonwettkampf in Meinerzhagen vor der Tür stand, ob ich nicht mitmachen wolle, was ich dann auch tat!“

Patrick erlernte das Schießen mit zwei verschiedenen Waffen: mit dem Luftgewehr (LG) aus einer Entfernung von zehn Metern und mit dem Kleinkaliber (KK) aus 50 Metern. „Geschossen wird wie beim Winterbiathlon auf fünf zu eliminierende Zielscheiben. Liegend sind diese 15 Millimeter und stehend 35 Millimeter groß. Bei Fehlschüssen müssen anschließend Strafrunden gelaufen werden – oder es wird eine Strafzeit addiert.“

Sommerbiathlet Patrick Sapel aus Meinerzhagen

Das Ganze ist nicht einfach. Patricks Trick: „Ich lasse mich nicht von anderen beim Schießen unter Druck setzen. Denn wenn ich mich etwas länger vorbereite und konzentriere, treffe ich mehr und spare mir insgesamt längere Strafrunden.

Drei Mal in der Woche steht für Patrick Training auf dem Programm. Für ihn ist der Mehrwert durch seinen Sport ganz klar: „Neben der Fitness und Kondition ist es einfach ein richtig tolles Gefühl, bei guter Tagesform und einem harten Training mit hohen Vorgaben eine gute Leistung abliefern zu können.“

Ein weiteres Plus: die sozialen Kontakte: „Man lernt bei diesem Sport auch auf nationaler Ebene immer mehr Sportler kennen. Auf Wettkämpfen läuft alles sehr fair. Ich komme mit meinen direkten Konkurrenten sehr gut aus, denn Gegener sind wir nur beim Wettkampf.”

„Wage ich den Schuss oder nicht?“

Das tollste Gefühl für Patrick: Wenn er beim Schießen im Massenstart mit einer kleinen Gruppe in Führung liegt: „Dann startet ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Jeder steht auf der Schießmatte. Der Wind setzt ein und man überlegt: ‘Wage ich einen Schuss oder nicht?’ Das ist Spannung pur. Diese Momente liebe ich.”

Patricks Einsatz für seinen Sport zahlt sich aus: In den Jahren 2008 und 2010 wurde er Deutscher Meister bei den Junioren im Massenstart und mit der Staffel. Im Jahr 2013 wurde er Deutscher Vizemester bei den Herren im Massenstart.

Den Wettkampfdruck braucht Patrick aber nicht immer. So hat er in diesem Jahr schon zum fünften Mal beim AOK-Firmenlauf teilgenommen. Er kam als einer der Ersten durchs Ziel. Sein Fazit: „Wie in jedem Jahr war es einfach ein tolles Erlebnis. Die vielen Zuschauer, die einen vom Streckenrand anfeuern, die super Atmosphäre – der Firmenlauf ist einfach großartig.“

von Jan Lehmann

Quelle: wa.de

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