Wie moderne Unternehmen ihre Mitarbeiter fördern und an sich binden

+
Wohin geht der berufliche Werdegang? Dabei kann ein gutes Karrieremanagement gezielt helfen.

Sei es aufgrund des Personalmangels, des demographischen Wandels oder dem Leistungsabfall bei heutigen Bewerbern – Arbeitgeber sind gezwungen, sich besser auf ihre Arbeitnehmer auszurichten, sich für sie attraktiv zu machen und Talente zielgerichtet und systematisch zu fördern.

So lassen sich einerseits möglichst passende Bewerber finden, andererseits können gute Mitarbeiter aber auch langfristig gebunden werden. 

Kümmert sich ein Unternehmen in dieser Art und Weise um seine Arbeitskräfte, dann stärkt es automatisch auch sich selbst.Gerade deswegen ist die Förderung und Entwicklung des Personals so wichtig für den unternehmerischen Erfolg.

Durch gutes Karrieremanagement Mitarbeiter binden und begeistern

Heutzutage stehen viele Unternehmen unter Handlungsdruck: Und das zu Recht, denn sie haben erkannt, dass ihnen fehlende attraktive Entwicklungsmöglichkeiten fehlen, um ihre Beschäftigten zu halten. Tatsächlich denkt laut einer Studie der Talent- und Karriereberatung von Rundstedt aus dem Frühjahr 2014 jeder dritte Angestellte darüber nach, seinen Arbeitgeber zu wechseln, weil dieser ihm keine spannenden Perspektiven bieten kann.

  • 80 Prozent der Beschäftigten wünschen sich in Absprache mit der Personalabteilung und ihrer Führungskraft Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Karriere.
  • Lediglich 55 Prozent der befragten Unternehmen bieten jedoch derartig flexible und transparente Karrieremöglichkeiten an.

Bisher ein eher bedenklicher Prozentsatz, denn gerade darin liegt der Schlüssel zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, des Mitarbeiterengagements und der Mitarbeiterbindung. Um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern, bietet sich die Implementierung eines systematischen Karrieremanagements an, welches einerseits den Personal- und Kompetenzbedarf überwacht und andererseits dafür sorgt, dass die individuellen Entwicklungswünsche der Mitarbeiter dabei berücksichtigt werden. Dabei geht das Karrieremanagement noch einen Schritt weiter als das ähnlich ausgerichtete Talentmanagement, welches sich meist nur auf das Erreichen des Geschäftserfolgs durch den gezielten Einsatz von Talenten ausrichtet. Beim Karrieremanagement stehen auch die persönlichen Entwicklungsziele des Einzelnen im Fokus – dieses Zusammenspiel ist es, das eine langfristige Bindung an das Unternehmen ermöglichen kann.

Wie sieht gutes Karrieremanagement aus?

Als Fundament des Karrieremanagements gilt das partnerschaftliche Teamwork zwischen verschiedenen Ebenen wie Mitarbeitern, Führungskräften und dem Unternehmen selbst. Laut Caterine Schwierz, Autorin der Studie "Erfolgreiches Karrieremanagement" basiert die erfolgreiche Umsetzung auf drei Säulen:

1. Der Mitarbeiter, der bewusst Verantwortung übernimmt

Er treibt seine Karriere strategisch voran, agiert dabei proaktiv und ist im eigenen Unternehmen gut vernetzt. Dafür muss er die eigenen Fähigkeiten, Leidenschaften und Ziele realistisch betrachten.

2. Die Führungskraft, die als Coach und Ansprechpartner dient

Agiert als Karrierecoach und unterstützt bei der Definierung von Karrierezielen. Zudem ermöglicht sie die Weiterbildung in der eigenen Abteilung und alle Fortbildungsmaßnahmen darüber hinaus.

3. Das Unternehmen, das unterstützend wirkt

Nutzt Instrumente und Programme für Karrieremanagement, bietet die passende Infrastruktur und notwendige Ressourcen, kommuniziert die Unternehmensstrategie und fördert den Ausbau von Netzwerken.

Wichtige Erfolgsfaktoren, damit das Karrieremanagement funktioniert

Damit die Umsetzung des Karrieremanagements funktioniert, sollten Unternehmen einige wichtige Punkte beherzigen. Einerseits ist beispielsweise die Transparenz wichtig, damit Mitarbeiter stets genau wissen, welche Karrieremöglichkeiten ihnen eigentlich offenstehen und auf welche Weise sich diese erreichen lassen. Aber auch Individualität und Flexibilität sind entscheidende Faktoren, die auf die einzelnen Stärken, Wünsche und Lebensphasen eines Mitarbeiters angepasst werden sollten. Nur wenn sich ein Unternehmen so für seine Beschäftigten einsetzt, kann es diese langfristig binden und als Arbeitgeber interessant bleiben. Nicht weniger wichtig ist außerdem eine gewisse Neutralität und Objektivität, damit die Karriere einen unternehmensweiten und langfristigen Fokus erhalten.

Die Umsetzung von erfolgreichem Karrieremanagement

Bei einem Mitarbeitergespräch bezüglich der Karrieremöglichkeiten sollten sich die Beteiligten auf Augenhöhe begegnen.

Viele Unternehmen sind derzeit noch ganz am Anfang bei der Entwicklung eines durchdachten Karrieremanagement. Andere – vor allem großen Konzerne – können ihren Mitarbeitern hingegen bereits umfangreiche Konzepte der Karriereförderung bieten, die unterschiedlichste Maßnahmen umfassen. Idealerweise sollten sich Konzerne und Betriebe dabei nicht nur auf Führungskräfte, sondern ebenso auf Fachkräfte, Abteilungsleiter, Außendienstler und viele weitere Mitarbeitergruppen spezialisieren und diesen ein besonders umfangreiches Karriereprogramm anbieten. Darin enthalten sind beispielsweise ein individuelles Coaching, Seminare zu unterschiedlichen Themen wie Mitarbeiterführung, Projektmanagement oder Kommunikationstraining und E-Learning, das Mitarbeitern ein Lernen im ganz eigenen Tempo ermöglicht. Da viele andere Unternehmen und Betriebe jedoch noch ganz am Anfang der Einführung des Karrieremanagements stehen, muss zunächst ein sinnvoller Entwicklungsplan aufgestellt werden. Dieser wird am besten gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt:

1. Welche Ziele und Arten der Förderungen sind für das Karrieremanagement angedacht?

Zunächst müssen Führungskräfte in Hinblick auf die Unternehmensziele analysieren, wie sie die einzelnen Mitarbeiter am besten fördern. Wichtige Fragen, die im Vorfeld beantwortet werden müssen, sind:

  • Wie sehen die Unternehmensziele aus?
  • Welche Kenntnisse braucht der Mitarbeiter, damit diese Ziele umgesetzt werden können?
  • Wie sieht der daraus resultierende Entwicklungsbedarf aus und welche genauen Entwicklungsziele ergeben sich für den einzelnen Mitarbeiter?
  • Welche Art der Förderung bietet sich an?

2. Gemeinsame Absprache mit dem jeweiligen Mitarbeiter

Bei einem gemeinsamen Mitarbeitergespräch sollten diese Punkte nochmals mit dem Mitarbeiter hinterfragt werden. Wie sehen seine Vorstellungen und Ziele aus, wo sind unter Umständen Anpassungen im Karrieremanagement nötig? Gleichzeitig müssen auch die Unternehmensziele und der daraus resultierende Bedarf der Förderung des Mitarbeiters erläutert werden. So entsteht eine Kombination aus sämtlichen Ideen, die der Mitarbeiter und die Führungskraft zusammengetragen haben. Diese werden schließlich schriftlich fixiert. Die Möglichkeiten der Personalentwicklung können zum Beispiel so aussehen:

  • Maßnahmen am Arbeitsplatz: Mentoring, Coaching, Job Rotation, Job Enrichment, Job Enlargement
  • Berufsbezogene Maßnahmen: Qualitätszirkel, Projektarbeiten, Fortbildungen, Seminare, Workshops, Förderkreise, Lernstätten und Lernpartnerschaften, Assessmentcenter
  • Berufsbegleitende Maßnahmen: Projektarbeiten, Junior Executive Board, Personalgespräche, Vorträge, Potentialanalysen

3. Dauerhafte Umsetzung gewährleisten und Fortschritte festhalten

Der so entstandene Entwicklungsplan wird in zahlreiche zeitliche Phasen unterteilt, damit ein regelmäßiger Fortschritt erfasst werden kann. Dabei werden sowohl die Bewertungen der Führungskraft als auch die des Mitarbeiters notiert. Nach Abschluss jeder Phase sollte außerdem ein kurzes Mitarbeitergespräch stattfinden, um die gemeinsamen Fortschritte zu besprechen, gegebenenfalls neue Impulse zu geben, Probleme zu klären oder sonstige Fragen aufzugreifen. An diesem Punkt können, wenn nötig, auch weitere Fortbildungsmaßnahmen geplant werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare