Vorerst keine neue Streikdrohung der Lokführer

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"Wir sind eingestiegen in die Diskussion der materiellen, inhaltlichen Forderungen der GDL": Bahn-PersonalcHef Ulrich Weber. Foto: Maurizio Gambarini

Berlin (dpa) - Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL geht es erst einmal ohne Streikdrohung weiter.

Bei den Verhandlungen in Berlin gab es erwartungsgemäß noch keinen Durchbruch. Beide Seiten vereinbarten für den 13. März einen neuen Verhandlungstermin, wie die Bahn mitteilte.

"Ich setze darauf, dass wir in konstruktiver Atmosphäre am Verhandlungstisch dann auch absehbar zu Ergebnissen kommen", sagte Bahn-Personalchef und Verhandlungsführer Ulrich Weber. "Und ich habe den Eindruck, dass unsere Kunden im Moment beruhigt Zug fahren können." Die GDL wollte sich erst später zum Gesprächsverlauf äußern.

Bis Montag hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit einem neuerlichen Streik gedroht. Dies wurde in weiteren Gesprächen abgewendet. Beide Seiten einigten sich inzwischen auf Eckpunkte einer neuen Tarifstruktur.

Die GDL verlangt für das Zugpersonal fünf Prozent mehr Geld, eine Stunde weniger Arbeitszeit und eine Begrenzung der Überstunden. Der bundeseigene Konzern machte kein neues Tarifangebot. Die Bahn hatte zuletzt im Oktober ein Angebot vorgelegt. Es enthielt eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt fünf Prozent bei 30 Monaten Vertragslaufzeit sowie die Einstellung von 200 zusätzlichen Lokführern.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte nach dem Treffen: "Wir sind eingestiegen in die Diskussion der materiellen, inhaltlichen Forderungen der GDL." Die nächste Verhandlungsrunde Mitte März solle durch Expertengespräche vorbereitet werden.

Dabei gehe es etwa darum, wie zusätzliche Berufsgruppen ins GDL-Tarifgefüge eingebunden werden. Gemeint sind Zubegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten/Planer, für die es künftig auch GDL-Tarifverträge geben soll. Bisher wurden diese Gruppen in der Tarifpolitik allein von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Die GDL schloss Verträge nur für die rund 18 000 Lokführer ab.

Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube hatte sich zuvor skeptisch geäußert. Er sah die Streikgefahr noch nicht gebannt. "Wir sind noch nicht am Ziel", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Bei den Tarifen müsse die Wirtschaftlichkeit gewahrt bleiben: "Wenn die GDL Forderungen von insgesamt über zwölf Prozent stellt, ist das völlig unrealistisch", warnte Grube. Die Bahn verhandelt parallel mit der EVG und will dabei gleiche Ergebnisse erzielen.

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