ALLAGEN ▪ Vor einem Jahr hatte Michael Bremser ein schweres Erbe angetreten: Beim Bezirksligisten TuS Grün-Weiß Allagen in die großen Fußstapfen von Michael Stemmer zu treten, die der Soester in knapp sieben Amtsjahren bis zu seinem überraschenden Rücktritt als Trainer hinterlassen hatte.

Von Harald Struff
Rund 60 Meisterschaftsspiele später zeichnet sich ab: Bremser könnte eine eigene Ära im Waldstadion einläuten. Am Mittwochabend hat der 53-jährige Kriminalpolizist aus Körbecke für die kommende Saison 2012/13 beim TuS Allagen, aktuell Tabellenachter der Bezirksliga-Staffel 5, verlängert.
Das Treffen im Sportheim, zu dem Vertreter des Abteilungsvorstandes um Martin Kemper sowie Trainer Bremser gestern gegen 18 Uhr zusammen kamen, war ein formelles: Die Zeichen von Verein und Übungsleiter standen von Beginn auf „Verlängerung“. Bremser: „In einer Viertelstunde war alles geregelt.“
Der Vorstand hatte schon vor einem Jahr den Wunsch auf eine „längerfristige Zusammenarbeit“ mit dem ehemals langjährigen Coach aus Oestinghausen geäußert. Und der sieht zumindest für die Zusammenarbeit bis Sommer 2013 „keine großen Probleme“, wie er gestern sagte.
Warum er mit Allagen für die Zukunft plant, konnte Bremser gestern mit einem Blick in die Vergangenheit erklären. Zunächst sei für ihn im Winter 2010/11 der Amtsantritt unter den Umständen, dass sein Vorgänger plötzlich zurückgetreten war, kein einfacher gewesen. Bremser: „Als ich im Winter eingestiegen bin, wusste ich nicht so richtig, was Sache ist. Es hätte ja auch sein können, dass man sich überhaupt nicht versteht. Ich denke aber, dass sich nachher viele Sachen positiv dargestellt haben. Am Anfang wusste ich nicht, wie die Nachwuchsarbeit läuft, was von unten hoch kommt. Denn letztendlich ist Allagen nur ein kleines Dorf und in den Mittel beschränkt, sodass man mehr aus dem Eigenen schöpfen muss. Und dazu muss der Unterbau vernünftig gefördert werden, mit vernünftigen Trainern, – und adäquat besetzt sein.“
„Keinen Mafia-Clan wie in anderen Vereinen“
Dabei lobt der erfahrene Fußballtrainer nicht nur den Stellenwert der Jugend im TuS GW Allagen, sondern auch sein eigenes Arbeitsumfeld. So sagte er: „Ich kann in Ruhe arbeiten. Da ist keiner, der mir reinredet. Es gibt keinen großen Mafia-Clan wie in anderen Vereinen. Und dann macht es auch mehr Spaß.“
Spaß an seiner Arbeit zieht Bremser nach eigenem Bekunden natürlich vor allem aus der 1. Mannschaft – „wenn man den Haufen näher gesehen hat, muss man sagen, dass da ja schon tolle Typen bei sind“. Zugleich hebt der Coach das junge Durchschnittsalter der Mannschaft hervor, in der Torwart Malte Schulze-Happe der einzige Aktive über 30 Jahre ist. Bremser: „Es ist eine junge Mannschaft, die sich noch entwickeln kann, in der Typen wie Marc Bültmann und Bastian Peck in die Rolle von Leistungsträgern hineinwachsen müssen. Es gibt da sehr engagierte Jungs.“
Froh ist Bremser, dass personelle Probleme, wie sie aufgrund von Verletzungen bis Anfang der laufenden Saison auftraten, zu Beginn der Rückrunde weitestgehend behoben scheinen. „Ich hoffe, dass wir in der Rückserie unsere Jungs alle wieder dabei haben, wie Christian Gerke, der im Wartestand ist, und Lukas Haxter, der ja noch gar nicht beweisen konnte, dass er zu uns gehört. Auch auf Robin Liebig und Alexej Schamne hoffe ich. Wenn alle da sind, wird das sicherlich rundum eine vernünftige Rückserie.“
Bei den Personalplanungen für die neue Saison 2012/13 könne es bei dem ein oder anderen Spieler vielleicht Einschränkungen aufgrund von Studium oder Arbeit geben, letztlich aber geht Bremser davon aus, „dass die Jungs weiterhin zusammen Fußball spielen wollen“.
„Der Verein bietet
alle Möglichkeiten“
Die Voraussetzungen dafür sieht er in einem funktionierenden Umfeld gegeben: „Der Verein bietet alle Möglichkeiten. Wir haben einen Kraftraum, können im Winter in eine kleine Halle gehen – das sind gute Voraussetzungen, um Fußball spielen zu können. Und wenn es mit dem Bulli zu den Auswärtsspielen geht, dann sind das zwar Kleinigkeiten. Aber in der heutigen Zeit ist das nicht mehr so, dass man das als Selbstverständlichkeit ansehen kann.“
Zwar werde von den Spielern, so Bremser, auch beim TuS Grün-Weiß Allagen Leistung abverlangt. Doch der Verein sei durchaus genügsam. Der Trainer: „Die Spieler wissen doch ganz genau, dass die Leute hier nicht zu viel erwarten. Sie sind froh, wenn die Mannschaft super Fußball spielt und sich hinterher noch einmal auf einer Feierlichkeit blicken lässt. Das sind eigentlich gute Voraussetzungen für einen guten Freizeitausgleich.“



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