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Frust und Zuversicht beim Soester TV nach Pleite in Augustdorf

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Von: Thomas Müller

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Anton Schönle auf dem Weg zum 7:12. Da sah es noch nach einem Soester Sieg aus, später kippte das Spiel.
Anton Schönle auf dem Weg zum 7:12. Da sah es noch nach einem Soester Sieg aus, später kippte das Spiel. © Jahnich

Soest - Die Niederlage war frustrierend, die Enttäuschung groß. Doch beim Soester TV herrscht nach der Niederlage in Augustdorf auch Zuversicht.

Fast eine Halbzeit lang sah es so aus, als würde sich der Soester TV einem Sieg in Augustdorf entgegenspielen, sich erst einmal von den ganz stark gefährdeten Plätzen der Oberliga entfernen. Doch statt des zweiten Auswärtserfolgs hintereinander stand am Ende die 26:27-Niederlage fest.

„Die Niederlage war sehr ärgerlich, aber dann müssen wir die Punkte neun und zehn eben am kommenden Freitag holen“, gab sich Soests Trainer Dirk Lohse auf der Pressekonferenz im Foyer der Witex-Halle relativ gelassen, hatte schon wieder das Freitagabendspiel gegen den HTV Sundwig-Westig im Blick (20 Uhr, Bördehalle). Zufrieden war er mit dem Spielverlauf naturgemäß aber überhaupt nicht; mit der Leistung seiner Mannschaft im Allgemeinen aber schon: „Unser Auftreten war absolut in Ordnung. Wir haben vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt.“

Die Niederlage und der Bruch im Spiel nach einer Fünf-Tore-Führung, die noch viel zu gering ausgefallen war, ist schwer zu erklären und war vielen Einflüssen unterworfen. „Nach der ersten Halbzeit müssen wir mit fünf, sechs Toren führen“, ärgerte sich STV-Kapitän Max Loer und ergänzte: „Uns fehlt das Selbstvertrauen und wir haben vorne die Bälle unsauber zu Ende gespielt.“

Kein Ersatz für Voss-Fels

Der STV wird keinen Ersatz für den erneut am Kreuzband verletzten Torben Voss-Fels verpflichten. „Die Lücke, die bei uns im Rückraum immer noch klafft, ist groß. Wir haben intern noch ein paar Lösungen“, so Trainer Dirk Lohse. Yannick Nöh, der in Hagen stark aufspielte, aber in Augustdorf noch einmal geschont wurde, ist genauso ein Kandidat wie Benni Haake oder auch die Loer-Brüder Max und Axel, die dort ja auch schon zum Einsatz gekommen sind. 

Fehlpässe und schwache Abschlüsse in der Phase, als Soest hätten davonziehen können (allerdings auch danach), die sich die Soester selbst ankreiden müssen. „Wir haben eine starke Deckung gestellt, waren aber leider zu hektisch und zu grün auf dem Weg nach vorne. Augustdorf war in den entscheidenden Momenten auch gut und abgeklärt. Da merkt man den Unterschied zwischen einer erfahrenen Mannschaft und uns, die wir viele junge Spieler haben“, so Lohse. Augustdorf schaffte es irgendwann, die eigenen Qualitäten ins Spiel zu bringen; der Rückraum mit den individuell starken Struck und Bahrenberg kam irgendwann in Fahrt, in der Schlussphase konnte HSG-Trainer Laszlo Benyei auch noch mal eben den Ungarn Laszlo Ujvari bringen, der dann auch vier klasse Tore erzielte. Und dann gab es da noch einige Schiedsrichter-Entscheidungen, die das Blut der Soester Spieler, Trainer und Fans in Wallung brachten. So pfiffen die Unparteiischen in der zweiten Hälfte in den kniffeligen Situationen immer gegen Soest. Höhepunkt war ein Torpfiff, als Keeper Birk Muhr einen Wurf an die Unterkante der Latte lenkte und auf der Linie zu fassen bekam. Der Schiedsrichter stand daneben und hatte den Ball in vollem Umfang dahinter gesehen. Das war der Ausgleich zum 18:18. Wenig später führte Augustdorf.

„Die Niederlage tut weh, aber sie wird uns auf unserem Weg nicht zurückwerfen“, bleibt Lohse gelassen, auch wenn der Abstand zu den gefährdeten Plätzen noch immer gering ist. „Wir arbeiten weiter hart an uns und die Jungs ziehen mit. Irgendwann werden wir belohnt werden für unseren Aufwand. Vielleicht ja schon am Freitag...“ Auch Kapitän Loer hofft auf eine vorweihnachtliche Bescherung: „Wir wissen, was wir besser machen können. Leistungsmäßig war das aber eine weitere Steigerung im Vergleich zur Vorwoche. Freitag haben wir wieder die Chance, zwei Punkte zu holen.“

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