Leichtathletik-Vereine protestieren gegen „Finisher-Euro“

Die Vertreter der heimischen Leichtathletik-Vereine wehren sich gegen die geplante Gebührenänderung beim DLV (von links): Helmut Klauke (TV Flerke), Heidrun Gruber (LAZ Soest), Arno Ridder (TV Flerke), Markus Schulte (Höinger SV) und Arnold Blümel (Marathon Soest).
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Die Vertreter der heimischen Leichtathletik-Vereine wehren sich gegen die geplante Gebührenänderung beim DLV (von links): Helmut Klauke (TV Flerke), Heidrun Gruber (LAZ Soest), Arno Ridder (TV Flerke), Markus Schulte (Höinger SV) und Arnold Blümel (Marathon Soest).

KREIS SOEST - Egal ob beim Crosslauf im Soester Stadtpark oder beim Straßenlauf in Werl: Wenn die Sportler bei den Laufveranstaltungen im Kreis Soest im Sekundentakt über den Zielstrich laufen, möchte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ab dem kommenden Jahr mitverdienen: Einen Euro für jeden Läufer, der das Ziel erreicht.

Die heimischen Leichtathletik-Vereine sind damit nicht einverstanden und wehren sich gegen den Beschluss.

„Die Grenze ist erreicht. Wir überlegen ernsthaft, aus dem Verband auszutreten“, sagt Helmut Klauke vom TV Flerke. Gemeinsam mit Vertretern der anderen Leichtathletik-Vereine hat er einen Protest-Brief an den DLV und den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) geschrieben. Die neue Gebühr sei für kleine Veranstaltungen unverhältnismäßig belastend, heißt es in dem Schreiben. Bei einem großen Marathon mit einer Startgebühr von 100 Euro seien die Läufer bereit, einen zusätzlichen Euro an den Verband zu bezahlen. Bei den kleinen Läufen im Kreis Soest mit Startgebühren zwischen vier und sechs Euro falle die Erhöhung schon deutlich stärker ins Gewicht.

„Wenn so ein kleiner Lauf teurer wird, überlegt sich der ein oder andere schon, ob er da noch mitläuft“, sagt Klauke. Die kleinen Vereine leisteten die Grundlagenarbeit für den Laufsport und genau die mache der Verband mit der neuen Abgabe kaputt.

Betroffen von der Gebührenanpassung sind alle Laufveranstaltungen für Sportler ab der Altersklasse U20. Für den Silvesterlauf von Werl nach Soest soll die neue Regel nicht gelten, weil der Erlös für einen wohltätigen Zweck bestimmt ist.

Die heimischen Leichtathletik-Vereine fordern in ihrem Brief, dass der FLVW den „Finisher-Euro“ bis zur westfälischen Lauftagung im August überarbeitet und stattdessen eine Gebühr beschließt, die sich nach dem jeweiligen Startgeld richtet. Sollten die Verantwortlichen bei ihrer Entscheidung bleiben, wollen die Vereine überprüfen, ob sie komplett aus dem Leichtathletik-Verband austreten.

„Dann müssten wir uns zwar selber versichern und die Zeiten würden auch nicht mehr in der Bestenliste auftauchen, unterm Strich könnte sich das aber trotzdem rechnen“, sagt Klauke. - mo 

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