Fast 700 Radler trotzen Winterwetter am Möhnesee

Beim ersten Start am Schützenheim Günne war der Andrang der Mountainbiker am Sonntagmorgen groß. - Foto Grun

GÜNNE -   Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt standen am Sonntagmorgen knapp 700 Biker aus ganz NRW an der Schützenhalle in Günne und warteten auf den Start der deutschlandweit einzigen Winterserie von Country-Touren-Fahrten (CTF), der Westfalen-Winter-Bike-Trophy.

Als die „5. Radcrosstour um den Möhnesee“, organisiert vom RSV Hansa Soest, um 10 Uhr los ging, kannten die zahlreichen Radler kein Halten mehr und machten sich auf die vier Strecken über 19, 31, 46 und 67 Kilometer. Bis 12 Uhr starteten insgesamt 688 Radfahrer.

Josef Schäfermeier, 1. Vorsitzender des RSV und Organisator der Radcrosstour, zeigte sich mit dem Ablauf der Veranstaltung erfreut: „Alles hat einwandfrei funktioniert, zum Schluss spielte das Wetter mit“, strahlte er mit der Sonne um die Wette. Bis kurz vorm offiziellen Start schneite es noch, pünktlich um 10 Uhr kam die Sonne zum Vorschein und bereitete so eine ganz besondere Atmosphäre.

Über 50 Helfer waren an der gesamten Strecke verteilt und sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. „Da muss ich ein Sonderlob aussprechen“, so Schäfermeier. Einzig die Tatsache, dass, obwohl die Strecke vorab von fünf Kontrollfahrern getestet und begutachtet wurde, immer wieder Hinweis- und Wegschilder umgedreht wurden, ist ihm sauer aufgestoßen: „Da sind auch wir irgendwann machtlos. Da sollte man an den gesunden Menschenverstand appellieren. Das ist einfach über.“

Vom neuen Startpunkt, der Schützenhalle in Günne, ging es mit einem kurzem Anstieg auf die halbe Haarhöhe und über Feldwege mit Fernsicht ins Sauerland, durch Niederense nach Höingen, von dort hinunter ins Möhnetal nach Moosfelde. Hier war die erste Kontrolle, an der die Hobby-Biker sich mit heißem Tee sowie Snacks aufwärmen und stärken konnten. Anschließend ging es weiter durch Matsch und Schnee, über Stock und Stein bis in das Tal der Großen Aupke zur Streckenteilung 19/31 Kilometer mit Kontrolle.

Die „kleine“ 19-Kilometer-Tour führte von dort durch das Möhnetal zur Ansiedlung Steetsberg. Hier ging es weiter vorbei an den Möhneauen zum Ziel. Diese Strecke nahmen Andrea und Thomas Vahrst aus Münster, die für Grün-Weiß Albersloh fahren: „Wir gehen hier das erste Mal an den Start, normalerweise fahren wir Rennrad. Wir haben uns kurzfristig dazu entschlossen, Mountainbikes zu kaufen und mitzumachen. Das haben wir auch nicht bereut.“

Die 31-Kilometer-Tour schlängelte sich weiter längs der Aupke stetig aufwärts, über den Seeuferweg ging es zurück in Richtung Ziel in Günne. Auch die 46-Kilometerstrecke, die von den meisten Radlern bevorzugt wurde, folgte weiter dem Seeuferweg. Am Hevevorstaubecken wurde der Möhnesee überquert. Vorbei am Torhaus und weiter durch das Hevetal ging es zur nächsten Verpflegungs- und Kontrollstelle.

„Wir sind im vierten Jahr in Folge dabei. Für uns ist die Möhne-Tour jedes Jahr aufs neue etwas ganz Besonderes. Die Sonne scheint, es liegt Schnee und der Ausblick ist einfach unbezahlbar“, sagte Carsten Peitscher vom RSV Unna, der die 46 Kilometer in Angriff nahm. Sein Teamkollege Carsten Bueltmann, der vor allem von der Landschaft begeistert war, absolvierte die mit 67 Kilometern längste Tour an diesem Tag.

Auch Albert Ulbricht vom Rendsburger Bicycle Club 1894 nahm es mit eben dieser Strecke auf. „Ich bin 67 Jahre alt, da passt das ganz gut. Ich gehe ohnehin immer bis zum Anschlag“, sagte er. Ulbricht war extra einen Tag zuvor aus Brandenburg/Havel angereist, um an diesem Event teilzunehmen. „Eine Winter-Tour gibt es bei uns in Brandenburg nicht, daher nehme ich die 420 Kilometer hierher gerne in Kauf. Ich werde auch im nächsten Jahr kommen.“

5. Radcrosstour um den Möhnesee

Mit heißer Brühe aufgewärmt ging es für ihn und hunderte weiterer Radler auf Schotter zum Möhnesee hinunter. Durch Körbecke und Westrich fuhren sie schließlich zurück zum Ziel. Die drei größten Teams wurden mit einem Pokal geehrt. Auf dem ersten Rang landeten die Radler von „Kurbel Detmold“ mit zwölf Startern, Zweiter wurde „Dicke Scheibe Hohenlimburg“ (11 Starter), den dritten Platz sicherte sich der PV Triathlon aus Witten mit zehn Startern.

Schäfermeier zeigte sich mit der Teilnehmerzahl durchaus zufrieden. „Bei diesen Wetterbedingungen war das schon optimal. Auch die Resonanz der Radfahrer war durchweg zufriedenstellend“, zog der Hansa-Vorsitzende ein positives Fazit. - mgr 

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