Offenbar Anschlag in Düsseldorf geplant

Mutmaßliche IS-Terroristen verhaftet - neue Details

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Die mutmaßlichen Attentäter planten ihren Anschlag offenbar in der Heinrich-Heine-Allee.

Düsseldorf - Mutmaßliche Terroristen sollen einen Anschlag in Düsseldorf geplant haben. Nun werden sie in drei verschiedenen Bundesländern festgenommen.

Update vom 15. Juli 2016: Am französischen Nationalfeiertag hat sich in Nizza ein mutmaßlicher Terror-Anschlag ereignet: Ein Lkw raste in eine Menschenmenge, dutzende Menschen kamen ums Leben. Alle Infos zum Anschlag in Nizza finden Sie in unserem News-Ticker.

Die Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen geplanten Anschlag des Islamischen Staats (IS) in der Düsseldorfer Altstadt vereitelt. Drei Terrorverdächtige aus Syrien wurden am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Ein vierter Mann sitze in Frankreich in Untersuchungshaft.

Mutmaßliche Terroristen offenbar in Flüchtlingsunterkünften aufgegriffen 

Hinweise, "dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten", liegen demnach nicht vor. Einen Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni in Frankreich beginnt, gebe es nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hielt sich der in Brandenburg Festgenommene in einer Flüchtlingsunterkunft auf. Der Sender SWR berichtete, dass auch die beiden anderen Syrer in Flüchtlingsunterkünften lebten.

Den Auftrag für den Anschlag in Düsseldorf hat die Gruppe laut Bundesanwaltschaft bereits 2014 direkt von der Führungsebene des IS bekommen. Geplant gewesen sei, dass sich zunächst zwei Selbstmordattentäter in der zentralen Heinrich-Heine-Allee in die Luft sprengen. Anschließend hätten weitere Attentäter möglichst viele Passanten mit Gewehren und Sprengsätzen töten sollen, hieß es weiter.

Gefährdungslage laut Innenministerium "unverändert" hoch

Düsseldorfer Altstadt.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin sagteauf Anfrage lediglich, die Gefährdungslage sei "unverändert" hoch. Deutschland befinde sich weiterhin "ebenso wie andere europäische Staaten im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus".

Justizminister Heiko Maas (SPD) erklärte: "Das entschlossene Vorgehen des Generalbundesanwaltes zeigt: Unsere Ermittlungsbehörden gehen gegen mutmaßliche Terroristen mit allen Mitteln des Rechtsstaats vor." Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums verwies darauf, "dass die Sicherheitsbehörden wachsam sind und die Zusammenarbeit gut ist".

Zuerst hatte Spiegel Online über die Festnahmen berichtet. Laut Bundesanwaltschaft wurden die drei Männer im Alter von 25, 27 und 31 Jahren in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg festgenommen. Der vierte Mann habe sich am 1. Februar in Paris den französischen Behörden offenbart. Die Bundesanwaltschaft bemühe sich um dessen Auslieferung.

Knotenpunkt an der Heinrich-Heine-Allee

Die Heinrich-Heine-Allee liegt im Herzen Düsseldorfs. An der gleichnamigen U-Bahn-Station laufen mehrere Linien zusammen. Wer in die Altstadt will, steigt in der Regel dort aus.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, die Männer sollten nach Möglichkeit noch am Donnerstag in Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt werden. Details zu den Festnahmen nannte er nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt/Oder wurde einer der Syrer in Wriezen, einer Kleinstadt im Oderbruch, gefasst.

Nach dpa-Informationen wurde der 27 Jahre alte Terrorverdächtige aus Brandenburg in einer Flüchtlingsunterkunft in Bliesdorf bei Wriezen gefasst, einer Kleinstadt im Oderbruch. Dort wurde er nach Angaben des Landkreises Märkisch-Oderland am 11. September 2015 registriert. Er habe einen Asylantrag gestellt, über den noch nicht entschieden sei. Im Landratsamt hieß es, der Mann sei zwischenzeitlich fünf Monate verschwunden gewesen und erst am Mittwoch wieder aufgetaucht.

Auftrag für Anschlag wohl schon 2014 erhalten

Der 27-Jährige und der in Paris inhaftierte Mann sollen den Angaben zufolge im Frühjahr 2014 in Syrien den Auftrag für den Anschlag erhalten haben. Sie seien im Mai 2014 in die Türkei und im März und Juli 2015 von dort getrennt über Griechenland weiter nach Deutschland gereist. Den in NRW festgenommenen 25-Jährigen hätten sie spätestens im Januar 2016 davon überzeugt, sich zu beteiligen.

Der 31 Jahre alte Verdächtige habe die Sprengstoffwesten herstellen sollen. Er sei schon seit Oktober 2014 in Deutschland, hieß es.

28-Jähriger stellte sich am 1. Februar freiwillig

Aus französischen Justizkreisen wurde bestätigt, dass ein mutmaßliches IS-Mitglied der Polizei in Paris die Pläne für einen Anschlag in Düsseldorf enthüllt hat. Der 28-jährige Syrer Saleh A. habe sich am 1. Februar freiwillig auf einem Kommissariat in dem Pariser Viertel La Goutte d'Or gemeldet, hieß es am Donnerstagabend aus Justizkreisen in der französischen Hauptstadt.

Der Verdächtige habe gesagt, dass er "Informationen über eine Schläferzelle" habe, die bereit sei, "in Deutschland zuzuschlagen". Er wurde demnach zunächst in Gewahrsam genommen und mehrfach von Anti-Terror-Experten verhört. Dann wurde er der "kriminellen Vereinigung in Zusammenhang mit einer terroristischen kriminellen Unternehmung" beschuldigt und in Untersuchungshaft genommen. Deutschland hat seine Auslieferung beantragt.

dpa/afp

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