Entschuldigung? Schäuble stellt auf stur

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine direkte öffentliche Entschuldigung für die Bloßstellung seines Sprechers Michael Offer erneut abgelehnt.

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Es habe “Grund zur Verärgerung“ gegeben, sagte Schäuble am Freitag im Deutschlandfunk. “Aber ich hab' überreagiert, das ist wahr, das hab' ich ja auch öffentlich gesagt. Aber auch ein Bundesfinanzminister hat Nerven und ist manchmal sehr belastet.“ Auf die Frage, ob das Wort Entschuldigung vielleicht angemessen gewesen wäre, entgegnete Schäuble: “Ich glaube, es ist dazu jetzt alles gesagt.“ Zu den Spekulationen über einen Rückzug des Finanzministers aus der Bundesregierung und einer damit verbundenen Kabinettsumbildung sagte Schäuble: “Dazu hat ja die Bundeskanzlerin gesagt, das sei frei erfunden.“ Merkel hatte zuvor am Rande des G20-Treffens in Seoul Medienberichte über einen geplanten Umbau ihrer Regierung klar zurückgewiesen. Das betrifft auch Spekulationen über einen Rückzug Schäubles, über die das “Handelsblatt“ berichtete. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Schäuble sagte Merkel: Man sei hier im “trauten Einvernehmen“. Die Dinge seien frei erfunden.

Das “Handelsblatt“ berichtete, Innenminister Thomas de Maizière (CDU) solle anstelle von Schäuble neuer Finanzminister werden. Tanja Gönner, Umweltministerin in Baden-Württemberg, könnte ins Kabinett kommen.

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Der seit langem querschnittsgelähmte Minister hatte in den vergangenen Monaten mehrere Wochen wegen einer schlecht verheilenden Wunde im Krankenhaus verbringen müssen. Auf die Frage, ob der Druck auf Politiker allgemein oder auf ihn persönlich zu hoch sei, entgegnete er: “Nein, das weiß man, das muss man wissen. Aber wir sind alle Menschen.“ Ihm gehe wenig durch den Kopf, wenn er Spekulationen über einen möglichen Rücktritt lese. “Ich hab soviel Aufgaben und so große Verantwortung, dass ich mich darauf konzentriere.“

Gerüchte um einen Ausstieg Schäubles aus der Politik hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben - aufgrund seines Gesundheitszustandes und zuletzt im Zusammenhang mit seinem zurückgetretenen Sprecher. Schäuble hatte diesen in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz öffentlich bloßgestellt.

dpa

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