Ein Jahr nach Massenpanik-Tragödie

Muslime beginnen Hadsch - Strenge Sicherheitsmaßnahmen

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Zur Hadsch, der weltweit größten Wallfahrt, werden wieder Millionen Gläubige erwartet.

Mekka - Ein Jahr nach einer tödlichen Massenpanik haben sich fast 1,5 Millionen Muslime aus aller Welt zur islamische Pilgerfahrt Hadsch im saudiarabischen Mekka versammelt.

Zum Auftakt des mehrtägigen Pilgertreffens begeben sich die Gläubigen am Samstag in das rund fünf Kilometer östlich der Großen Moschee von Mekka gelegene Mina. Anschließend pilgern sie zum Berg Arafat, um dort am Sonntag zu beten.

Die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Pilgerfahrt zur heiligsten Stätte des Islam in Mekka ist Pflicht für jeden gläubigen Muslim. Gemäß dem Koran muss jeder Muslim, ob Mann oder Frau, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilnehmen.

"Es fühlt sich großartig an, hier zu sein", sagte Mohammed Hassan, der aus Ägypten nach Mekka gereist war. Der Libyer Abdelatti Abu Sajan zeigte sich nach dem Freitagsgebet in der Großen Moschee zuversichtlich, dass nach der Katastrophe im vergangenen Jahr die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. "Es war ein unglaubliches Gefühl. Millionen kamen zum Gebet in die Moschee und Gott sei Dank lief alles gut", sagte er. Die nigerianische Pilgerin Hawa Chemsia erklärte, die Tragödie vor einem Jahr habe sie nicht davon abhalten können, an der Pilgerfahrt teilzunehmen.

Iranische Gläubige sind in diesem Jahr von dem Hadsch ausgeschlossen. Hintergrund ist ein Streit zwischen Riad und Teheran wegen der tödlichen Massenpanik in Mina im vergangenen Jahr, bei der nach Zählung der Nachrichtenagentur AFP etwa 2300 Menschen starben, darunter mehr als 450 Iraner. Nach dem Scheitern bilateraler Verhandlungen über Sicherheit und Logistik bleibt den Iranern die Teilnahme am Hadsch nun erstmals seit fast drei Jahrzehnten verwehrt.

107 Tote bei Kran-Unglück in der größten Moschee der Welt

Zu dem Massengedränge im vergangenen Jahr war es während der symbolischen Teufelssteinigung in Mina gekommen, bei der Pilger Kieselsteine auf drei Säulen werfen, die den Teufel symbolisieren. In diesem Jahr wurden für das Ritual, das am Montag beginnt, neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen: So wurde das Gelände, auf dem die Teufelssteinigung stattfindet, erweitert. Die Zeit für die Steinigung wurde begrenzt.

Zudem tragen alle Pilger erstmals elektronische Armbänder mit ihren persönlichen Informationen, darunter Angaben über Medikamente. Überwachungskameras sollen die Menschenströme beobachten.

afp

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