Gauck: Pogromnacht und Mauerfall gehören zusammen

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Bundespräsident Joachim Gauck.

Berlin - Pogromnacht und Mauerfall - die beiden historischen Ereignisse des 9. November in Deutschland - gehören nach Ansicht von Bundespräsident Joachim Gauck untrennbar zusammen.

Die junge Generation dürfe die Taten der „Nazi-Barbarei“ niemals vergessen, solle aber auch den Mauerfall in ihr Gedenken einbeziehen, sagte Gauck am Freitag in Berlin. „Dieses glückliche Geschehen des 9. November 1989 gehört zu dem anderen, bitteren 9. November.“

Statt staatlicher Ausgrenzung von Juden gebe es in Deutschland heute ein Rechtssystem, Demokratie und Menschenrechte - auch dank des Einsatzes der Ostdeutschen in der Freiheitsrevolution.

In Berlin erinnerten am Freitag zahlreiche Gedenkveranstaltungen an die beiden Schicksalstage der Deutschen. An der Gedenkstätte Bernauer Straße steckten Menschen Rosen in die Hinterlandmauer. Zu Ehren der Holocaust-Opfer wurde eine Mauer mit Namenssteinen eingeweiht. In mehreren Kirchen gedachten Christen den Opfern der antisemitischen Gewaltnacht vor 74 Jahren.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte bereits vorab erklärt, das Gedenken an die Zeit der Teilung Berlins sei heute wichtiger als je zuvor. Inzwischen sei „eine ganze Generation erwachsen geworden, für die Mauer und Stacheldraht keine persönliche Erfahrung mehr darstellen“. Der Tag sollte als Mahnung dienen, „dass Freiheit, Achtung der Menschenrechte und Rechtsstaat nichts Selbstverständliches sind“.

dpa

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