Zwei Polizisten sterben bei Unfall auf A 44

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Die beiden Polizisten konnten nicht mehr aus dem Wagen befreit werden.

[Update 17.26 Uhr] Lichtenau - Sie sollten ein verdächtiges Auto kontrollieren - und wurden selbst Oper eines schweren Unfalls: Zwei Polizisten sind in ihrem Einsatzfahrzeug verbrannt. Der Unfallfahrer soll unter Drogen gestanden haben.

Die Streifenwagen in Nordrhein-Westfalen fahren eine Woche mit Trauerflor. Zwei Autobahnpolizisten sind auf der A44 bei Paderborn in ihrem brennenden Einsatzwagen ums Leben gekommen. Die Beamten standen in der Nacht zum Donnerstag  um 0.52 Uhr auf dem Standstreifen, als ein Lastwagen sie erfasste. Ihr Auto ging sofort in Flammen auf.

Die 46-Jährige und ihr 51-jähriger Kollege - beide gehörten zur Autobahnpolizei Bielefeld - konnten sich nicht mehr rechtzeitig befreien. Auch sofort herbeigeeilte Ersthelfer konnten nichts ausrichten. Beide Polizisten starben nach Angaben der Autobahnpolizei noch an der Unfallstelle an der Abfahrt Lichtenau im Kreis Paderborn.

Die beiden hatten kurz nach Mitternacht in ihrem Fahrzeug auf dem Standstreifen in Fahrtrichtung Dortmund auf eine andere Streife gewartet. Sie sollten die Kollegen bei der Kontrolle eines verdächtigen Autos unterstützen. Nach Informationen der „Bild-Zeitung“ warteten sie auf Kollegen mit einem Diensthund; das könnte auf einen geplanten Drogeneinsatz hindeuten.

Der 34-jährige Lkw-Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt. Er soll im Auftrag einer Spedition aus Südniedersachsen unterwegs gewesen sein. Ein Schnelltest ergab, dass er Drogen genommen haben dürfte. Dem Mann wurde daher eine Blutprobe entnommen, die im Labor noch untersucht werden muss. Das dürfte einige Tage dauern.

Die Unfallfahrzeuge wurden sichergestellt. Die Autobahn in Richtung Dortmund war bis Mittag wegen der Aufräumarbeiten gesperrt. Die am Einsatz beteiligten Polizisten werden von einem Spezialteam der nordrhein-westfälischen Polizei betreut.

Die Gewerkschaft der Polizei zeigte sich in einer Mitteilung bestürzt. "Die bei dem Unfall getötete Polizistin und ihr Kollege waren erfahrene Autobahnpolizisten, die die in den letzten Jahren stark gestiegenen Gefahren auf den Autobahnen kannten und für ihr umsichtiges Verhalten bekannt waren. Aber sie hatten keine Chance", sagte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert. Der tragische Unfall mache deutlich, welchen Gefahren Polizisten in ihrem Dienst ausgesetzt seien.

Die Polizei in Hagen veröffentlichte bei Facebook eine Traueranzeige. Zahlreiche Kollegen und Bürger drückten dort ihr Beileid aus. Innenminister Ralf Jäger (SPD) ordnete am Donnerstag Trauerflor bei den Streifenwagen an. "Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Familien, Freunden und Kollegen. Mit ihnen trauert die gesamte NRW-Polizei", schrieb Jäger.

Mehrere Polizeistellen in NRW veröffentlichten Trauerbekundungen im Internet. Geschockte Kollegen und Bürger drückten ihr Beileid aus. - dpa

Quelle: wa.de

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