Prozessauftakt gegen Messerstecher in Köln

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Die beiden Angeklagten vor Gericht.

Köln - Drei Männer geraten auf offener Straße in Streit. Am Ende ist einer von ihnen tot. Die beiden anderen stehen nun vor Gericht.

Es war ein Streit mit fatalem Ausgang: Nach dem Tod eines Mannes durch Messerstiche hat am Donnerstag in Köln ein Prozess gegen zwei Angeklagte begonnen. Ein 55-Jähriger ist vor dem Landgericht wegen Totschlags angeklagt, sein 37 Jahre alter Bruder wegen unterlassener Hilfeleistung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 37-Jährige im Januar nachts auf offener Straße mit einem 41-Jährigen in Streit geraten. Als dieser mit einem Schraubenzieher auf seinen Kontrahenten losging und ihn am Bein verletzte, sei der 55-Jährige seinem Bruder mit gezogenem Messer zur Hilfe geeilt.

Sechs Stiche in Gesicht und Oberkörper

Laut Anklage stach er sechs Mal auf den 41-Jährigen ein. Die sieben Zentimeter lange Klinge traf den Mann im Gesicht und am Oberkörper, verletzte unter anderem das Herz. Anschließend sollen die Brüder geflüchtet sein und den schwer verletzten Mann liegengelassen haben, ohne den Rettungsdienst zu rufen. Der 41-Jährige verlor so viel Blut, dass er trotz einer Notoperation im Krankenhaus starb. Am ersten Prozesstag wollten die beiden Angeklagten sich nicht zur Tat äußern. Eine psychiatrische Gutachterin schilderte aus einem Gespräch mit dem 55-Jährigen, dass dieser angegeben habe, unschuldig zu sein. Er habe das Opfer zwar gekannt, aber keine Probleme mit ihm gehabt. Wie dessen Blut an sein Messer gekommen sei, wisse er nicht.

Schwierige Lebensumstände

Der 37-Jährige, der sich wie sein Bruder jahrelang überwiegend mit Gelegenheitsjobs durchschlug, berichtete vor Gericht von schwierigen Lebensumständen. Als jüngstes von sieben Geschwistern sei er "der Buhmann der Familie" gewesen. Seinem Hobby, dem Boxen, habe er zuletzt aus Geldmangel nicht mehr nachgehen können. Der Prozess ist zunächst bis Dezember terminiert. - dpa

Quelle: wa.de

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