Zahl der Notfall-Patienten mit Hitzeleiden steigt

+

Düsseldorf - Die tagelange Hitzewelle in Nordrhein-Westfalen treibt auch mehr Patienten in die Notaufnahmen der Krankenhäuser.

Im Düsseldorfer Uniklinikum etwa seien in den vergangenen Tagen nach groben Schätzungen etwa zehn Prozent mehr Patienten in die internistische Notaufnahme gekommen, sagte eine Klinik-Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage.

In der Regel handele es sich um ältere Menschen, die unter Dehydrierung, also Wassermangel im Körper, litten. Sonnenstich-Patienten gab es bislang weder in der Uniklinik noch im Florence-Nightingale-Krankenhauses der Kaiserswerther Diakonie Düsseldorf.

Allerdings ist dort in der zentralen Notaufnahme die Zahl der älteren Patienten mit Flüssigkeitsmangel ebenfalls angestiegen. Sie würden in der Regel ambulant behandelt und könnten am gleichen Tag wieder nach Hause, wenn sie stabilisiert seien und daheim gut versorgt würden, sagte Notaufnahme-Chefarzt Martin Pin. Sein Rat für heiße Tage: "Die direkte Sonne meiden, sich möglichst in klimatisierten Räumen aufhalten und vor allem auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten."

Vor zwei Jahren war nach Informationen der Krankenkasse DAK die Zahl der Notfall-Patienten mit Hitzeproblemen landesweit in die Höhe geschnellt. Demnach wurden 2013 in den Sommermonaten laut offizieller Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamts in NRW insgesamt 379 Patienten mit Diagnose Sonnenstich behandelt - fast doppelt so viele wie 2011. Mehr als 100 der Betroffenen waren Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 15 Jahren.

Einen Rekord gab es im Jahr 2003 mit 572 Hitzeopfern in den Notaufnahmen. Bei Sonnenstich reichen die Symptome infolge zu starker Sonneneinstrahlung auf den Kopf oder Nacken von Kopfschmerzen und Übelkeit bis zu Schwindel und Fieber.

In Köln werden zum voraussichtlichen Höhepunkt der Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 Grad am Wochenende Tausende Teilnehmer zum Christopher Street Day und Reggae-Fans zum Summerjam-Festival erwartet. Das Gesundheitsamt der Stadt gab vorsorglich bereits Hitze-Tipps heraus.

Besonders gefährdet in der Hitze sind auch Menschen mit Demenz, denn sie trinken nicht von allein. Im Caritas-Altenzentrum St. Josef in Köln würden bereits "große Kreislaufprobleme" der Bewohner registriert, sagte eine Caritas-Sprecherin. "Alle Mitarbeiter laufen ständig mit Wasser und Getränken hinter den Bewohnern her."

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare