NRW will Flüchtlingsaufnahme in geordnete Bahnen lenken

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Symbolbild

Arnsberg - Tausende Flüchtlinge pro Tag - das sorgte an vielen Stellen in NRW für chaotische Verhältnisse bei der Aufnahme und Registrierung. Weil jetzt weniger Menschen kommen, können die Behörden passende Strukturen aufbauen.

Behörden, Kommunen und Bürger in Nordrhein-Westfalen haben den Kraftakt der Aufnahme von Zehntausenden Flüchtlingen im Herbst und Winter nach Ansicht der Arnsberger Regierungspräsidentin Diana Ewert (SPD) gemeistert. 

"Das war schon historisch", sagte Ewert im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur. Sie sei froh, dass es gelungen sei, die vielen tausend Menschen vor Obdachlosigkeit zu bewahren. Das sei aber nicht nur ihren Mitarbeitern, sondern vor allem auch den vielen Ehrenamtlern und der Hilfe aus den Kommunen zu verdanken. 

Derzeit kämen noch rund 1500 Flüchtlinge pro Woche nach NRW, sagte Ewert. In Spitzenzeiten im Herbst 2015 seien es 16 000 jede Woche gewesen. "Meine Mitarbeiter haben allein von September bis Jahresende Bustransfers organisiert, die 30 Mal um den Globus reichen", bilanzierte Ewert. 

Als am 5. September vergangenen Jahres die "humanitäre Herausforderung" begonnen habe, sei niemand darauf vorbereitet gewesen. "Wir hatten früher, als es normal lief, etwa 20 Mitarbeiter im zuständigen Dezernat", sagte Ewert. Dann aber kamen statt wie bisher 2000 Menschen pro Jahr bis zu 16 000 pro Woche. Sie alle mussten untergebracht werden. "Das System ist völlig aus den Nähten geplatzt", sagte Ewert. Das Personal in der Bezirksregierung sei von 200 auf rund 400 Mitarbeiter aufgestockt worden. "Das waren Abgeordnete aus anderen Abteilungen, von anderen Behörden oder Pensionäre." 

Aktuell arbeiten bei ihr noch rund 120 Menschen in diesem Bereich. Die derzeitige Entspannung beim Flüchtlingsstrom werde genutzt, um die im Herbst geschaffenen Strukturen zu optimieren. Am 11. April soll als erster Schritt ein zentrales Drehkreuz am Flughafen-Bahnhof in Düsseldorf betriebsbereit sein. Sollten erneut Flüchtlingszüge aus Bayern rollen, könnten dann in einer zum Flughafen-Gelände gehörenden Halle bis zu 1400 Menschen täglich begrüßt werden. 

Ab dem Sommer sollen Neuankömmlinge von Düsseldorf aus dann zu einer neuen zentralen Aufnahme-Einrichtung des Landes (LEA) in Bochum gebracht werden. "Hier können an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr bis zu 1000 Menschen täglich registriert und verteilt werden", sagte Ewert. Damit wolle man das Aufnahme- und Registrierungschaos beenden. Von Bochum aus gehe es dann in die Landeseinrichtungen oder in andere Bundesländer. Von den bis zu 80 000 Betten für Flüchtlinge in der Regie des Landes sollen noch 60 000 bestehen bleiben. Deshalb könne man auf viele Notunterkünfte verzichten. Bis zum Sommer sollen beispielsweise die 47 derzeit noch vom Land in Beschlag genommenen Turnhallen in NRW wieder für Schulen und Vereine nutzbar sein.

dpa/lnw

Quelle: wa.de

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