Weitere Züge mit Flüchtlingen erreichen NRW - Land ist besorgt

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Die Messehalle 8a in Düsseldorf ist mit Betten für Flüchtlinge hergerichtet.

Düsseldorf - Sie sind am Ziel - zumindest vorerst: Tausende Flüchtlinge sind in der Nacht zum Montag und zum Wochenstart in NRW angekommen. Doch Landesregierung und Kommunen warnen: Lange könne das so nicht mehr weitergehen.

Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen sehen sich bei der Unterbringung von Flüchtlingen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. "Wir müssen klar sagen: Wir können nur eine begrenzte Anzahl aufnehmen", sagte der Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, der Soester Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer, am Montag.

Diese Ehrlichkeit sei man den Bürgern schuldig, die zurecht ein funktionierendes Gemeinwesen und eine effektive Verwaltung erwarteten. Flüchtlinge vom Westbalkan, die nur eine verschwindend geringe Chance auf Anerkennung ihres Asylantrags hätten, sollten bereits vor Abschluss des Verfahrens in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden.

Züge nach Dortmund und Düsseldorf

Trotz der Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu Österreich wurden in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Innenministeriums mehr als 3000 Flüchtlinge erwartet. In Dortmund waren in der Nacht zwei Sonderzüge mit rund 850 Flüchtlingen nach Dortmund gekommen. Im Laufe des Tages sollten weitere Züge nach Düsseldorf fahren.

Von Freitag bis Sonntag waren insgesamt knapp 5600 Flüchtlinge in NRW angekommen. Allein sieben Sonderzüge und fünf Busse brachten 2483 Flüchtlinge nach Düsseldorf und Dortmund. Beamte der Bundespolizei aus Nordrhein-Westfalen helfen bei den Grenzkontrollen mit. Das bestätigte Jens Flören, Sprecher der Bundespolizei für NRW. Auswirkungen für die Grenzübergänge von NRW in die Niederlande und nach Belgien hat das zunächst nicht. Hier seien vorerst keine verschärften Grenzkontrollen geplant.

Die Kommunen sind weiter dabei, Turnhallen oder leere Gebäude kurzfristig zu Notunterkünften für Flüchtlinge umzufunktionieren. In Düsseldorf steht mittlerweile eine Messehalle für die kurzzeitige Unterbringung von rund 1000 Flüchtlingen zur Verfügung. Wuppertal hatte am Sonntag die Turnhalle einer Gesamtschule für Flüchtlinge vorbereitet, in Kempen (Kreis Viersen) wurde die Halle eines Berufskollegs für die Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet.

"Wir wissen nicht, wie lange wir das noch durchhalten"

Der Rhein-Sieg-Kreis hat Notunterkünfte für 500 Personen in einer Schule und Sporthalle eingerichtet. In zwei ehemaligen Internatsgebäuden der Evangelische Kirche im Rheinland in Hilden sollten am Dienstag 72 Flüchtlinge einziehen. Die Landesregierung hatte bereits gewarnt, dass die Grenze der Belastbarkeit für NRW bald erreicht sei.

Jeden Tag würden 1000 neue Schlafplätze in Notunterkünften geschaffen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. "Wir wissen jedoch nicht, wie lange wir das noch durchhalten." Es werde immer schwieriger, weitere Plätze zu finden. "Dann wissen wir einfach nicht mehr, wo wir die Menschen unterbringen sollen." - lnw

Quelle: wa.de

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