14.000 Flüchtlinge alleine diese Woche in NRW erwartet

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Ein Plakat mit der Aufschrift "Welcome to Germany" hängt im Hauptbahnhof in Dortmund.

[Update 15.38 Uhr] Düsseldorf - Die Landesregierung erwartet in dieser Woche rund 14.000 neue Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen. Das teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf mit. Das entspricht einer Verdopplung der bisherigen Prognose.

Etwa 6500 der neu ankommenden Flüchtlinge würden mit Sonderzügen in NRW erwartet. "Wir arbeiten im Krisen-Modus. Wir arbeiten rund um die Uhr daran, diese Menschen unterzubringen", schilderte der SPD-Politiker.

Der angehobenen Schätzung der Landesregierung zufolge könnte die Zahl der Neuankommenden damit in dieser Woche in etwa auf dem Rekordniveau vom Sonntag bleiben, als mehr als 2000 Flüchtlinge in Dortmund eintrafen. Das waren so viele wie noch nie an einem Tag.

In den 129 Landes-Unterkünften neben 21 zentralen Unterbringungseinrichtungen und fünf Erstaufnahme-Einrichtungen seien derzeit 37.000 Menschen untergebracht, erläuterte Jäger. Vor drei Jahren seien es 1800 Menschen gewesen.

Die Krisenstäbe in NRW würden angesichts der stark gestiegenen Zahlen bei der Qualität der Unterkunft der Flüchtlinge Abstriche machen und auch auf Quartiere zurückgreifen müssen, auf die man bislang verzichtet habe.

"Was mich ein Stück weit fassungslos macht, ist die Haltung einzelner EU-Staaten, die nicht nur tatenlos bei dieser humanitären Katastrophe zuschauen, sondern im Gegenteil Deutschland noch für seine Humanität kritisieren", unterstrich Jäger.

Die zusätzlich zugesagten drei Milliarden Euro des Bundes für die Flüchtlingshilfe entsprächen rund 600 Millionen Euro zusätzlich für Nordrhein-Westfalen. Der Haushaltsansatz des Landes liege bei 1,7 Milliarden Euro. Die SPD-geführten Bundesländer hätten am Montag beschlossen, einen Nachschlag des Bundes zu fordern.

Hannelore Kraft fordert weitere Aufstockung der Flüchtlingshilfen

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hält die von der großen Koalition zugesagten drei Milliarden Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen in Ländern und Kommunen nicht für ausreichend. "Die Zahlen entsprechen seit dem Wochenende nicht mehr der Realität", sagte sie nach einem Besuch des Flüchtlings-Krisenstabes bei der Bezirksregierung in Arnsberg.

"Die Kommunen sind am Anschlag", sagte Kraft. Ihre immense finanzielle Belastung durch allein reisende minderjährige Flüchtlinge sei bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Kraft geht davon aus, dass alle neu nach NRW kommenden Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf erhalten.

Papst-Aufruf: Bistum Essen bietet Wohnungen für Flüchtlinge an

Das Bistum Essen sieht in dem Aufruf von Papst Franziskus zu mehr Solidarität für Flüchtlinge eine Bestätigung für bereits bestehende Anstrengungen katholischer Institutionen. "Wir bieten mehrere leerstehende Wohnungen für Flüchtlinge an und sind in ständigem Kontakt mit den zuständigen Behörden", sagte ein Sprecher am Montag auf Anfrage in Essen.

Papst Franziskus hatte am Sonntag in Rom Pfarreien, religiöse Gemeinschaften, Klöster und Wallfahrtsorte in ganz Europa aufgerufen, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen. Ob sich leerstehende Klöster oder Kirchen für die Aufnahme von Menschen eigneten, müsse im Einzelfall baulich beurteilt werden, so der Sprecher des Bistums Essen weiter. - dpa

Quelle: wa.de

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