Weidezaun in Diemelsee stoppt Känguru "Skippy"

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Diemelsee - Vom Sauerland nach Nordhessen: Wochenlang sorgte ein frei laufendes Känguru im Sauerland für Schlagzeilen. Immer wieder wurde "Skippy" gesichtet, konnte aber nicht eingefangen werden. Ein Weidezaun bei Diemelsee (Kreis Waldeck-Frankenberg) in Nordhessen stoppte nun das Tier.

Bereits am Donnerstag entdeckte Ludwig Eierding beim Markieren von Wanderwegen das Beuteltier. "Das wollte mir keiner glauben", sagte der 66-Jährige am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Am Freitag sei er mit einigen Kollegen erneut zu der mit einem Schafsdraht umzäunten Wiese gegangen. "Da war es immer noch da. Es machte aber keine großen Sprünge mehr, weil es vermutlich Durst hatte", meinte Eierding.

Die alarmierte Polizei informierte dann ein Tierärztin, die "Skippy" betäubte. Dann wurde das Wallaby ins sauerländische Medebach transportiert, wo eine Züchterfamilie schon fünf Kängurus hält. "Der Urlaub ist beendet. Aber das ist auch gut für alle Beteiligten, vor allem für das Tier", sagte ein Polizeisprecher in Meschede am Montag. "Skippy" hatte die Beamten in den vergangenen Wochen viele Anrufe beschert.

Immer wieder meldeten sich Anwohner, die das Tier gesichtet hatten. Doch gefangen wurde "Skippy" nicht, es hüpfte immer weiter, hielt sich meist im Hochsauerland zwischen Brilon und Olsberg auf. Das Medieninteresse an dem exotischen Tier war nach Auskunft des Polizisten riesengroß. "Skippy hat das Sommerloch doch gut gefüllt."

Auch Ludwig Eierding freut sich, dass das Känguru nun ein Zuhause hat. "Im Winter haben die ja hier keine Chance", vermutet der Rentner. Für ihn war die Begegnung "ein tolles Erlebnis". Er geht davon aus, dass das Känguru an Menschen gewöhnt ist. "Ich habe mich auf 50 Meter genähert und es nicht weggehüpft, sondern hat mich bestimmt eine halbe Stunde lang interessiert angeschaut", sagte er.

Wie lange das Känguru frei umhergehüpft ist und woher es ursprünglich herkam, ist immer noch völlig unklar. Die Züchterfamilie aus Medebach, die "Skippy" aufgenommen hat, vermisste keines ihrer Tiere. 

Unterdessen wird in Köln seit einigen Tagen ein Wallaby vermisst. Das Tier konnte wohl ausbüxen, weil Einbrecher am Freitag in einem Haus im Kölner Stadtteil Weiden ihr Unwesen trieben. Dabei hätten sie auch das Gatter zu einem Gehege geöffnet, in dem das Känguru lebte, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Am Wochenende hätte sich jemand gemeldet, der das Tier am Autobahnkreuz Kerpen gesehen haben will, ergänzte sie. Gefunden wurde es anschließend aber nicht. Mehrere Medien hatten über diesen Fall berichtet. - dpa

Quelle: wa.de

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