Viele Kläranlagen können Medizin und Mikroschadstoffe nicht filtern

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Viele Kläranlagen können Medizin und Mikroschadstoffe nicht filtern.

Düsseldorf - Arzneimittel und Mikroschadstoffe belasten zunehmend die Gewässer. Trotzdem haben nur die wenigsten Kläranlagen in Nordrhein-Westfalen die technischen Voraussetzungen, um sie herauszufiltern.

Das berichtete NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Mittwoch bei einem Fachkongress in Düsseldorf.  Demnach haben erst 14 von 124 Kläranlagen die modernen Technologien auf freiwilliger Basis nachgerüstet oder planen dies gerade. In NRW gibt es einen Zuschuss von 70 Prozent für solche Investitionen.

Großteil der Klärtechniken ist über 30 jahre alt

Remmel fordert eine bundesgesetzliche Regelung, um den Eintrag von Arzneimitteln und Mikroschadstoffen in die Gewässer verbindlich zu mindern. Der Großteil der derzeit eingesetzten Klärtechniken sei über 30 Jahre alt. Mit der älter werdenden Gesellschaft und massenhaftem Arzneigebrauch verschärfe sich die Problematik. "Jedes Jahr werden über 40 000 Tonnen Arzneimittel in Deutschland verkauft", berichtete Remmel. Der Mensch scheide die Wirkstoffe größtenteils wieder aus.

Konventionelle Kläranlagen halten die Mikroschadstoffe, die teils auch aus krebserregenden Haushaltschemikalien stammen, kaum zurück - mit negativen Folgen für das Trinkwasser und Gewässerlebewesen. In Durchschnittshaushalten sind bis zu 5000 Chemikalien vorhanden. Nur sechs Prozent der Gewässer in NRW haben noch ein intaktes Ökosystem. - dpa

Quelle: wa.de

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