Rekordhitze blieb aus

Unwetter in NRW: Extreme Windböen in Werl

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Westfalen - Kräftige Gewitter haben die tropische Hitze der vergangenen Woche in Nordrhein-Westfalen vorerst beendet. Dabei wurden am Sonntagmorgen zwei Menschen schwer verletzt.

Bei einem schweren Gewitter in Hattingen am Rande des Ruhrgebiets sind zwei Menschen vom Blitz getroffen worden. Sie wurden schwer verletzt, einer der beiden musste von einem herbeigeeilten Notarzt reanimiert werden. Beide wurden dann ins Krankenhaus gebracht. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, waren die beiden am frühen Sonntagmorgen auf freiem Feld unterwegs, als das Gewitter über sie hereinbrach.

Starke Unwetter in Werl

Blitz, Donner, Regengüsse und extreme Windböen: In Werl herrschte am Sonntagnachmittag Großalarm. Mehrere Bäume wurden entwurzelt, der Marktplatz verwüstet. Straßen waren zum Teil überschwemmt. Dieses Video zeigt die Ausmaße der Verwüstung. Bilder gibt es bei unserer Partnerzeitung www.soester-anzeiger.de

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Posted by Sündüz Can Uluocak on Sonntag, 5. Juli 2015

Deutscher Wetterdienst warnt vor schwerem Gewitter mit Orkanböen

Für den Zeitraum von Sonntag, 09:00 Uhr, bis Montag, 00:00 Uhr, warnt der Deutsche Wetterdienst wieder vor schweren Gewittern. 

In der Warnung heißt es wörtlich: "Heute muss verbreitet mit schweren Gewittern gerechnet werden, die mit heftigem Starkregen bis 40 l/qm, Hagel um 5 cm und schweren Sturmböen (Bft 9-10), vereinzelt auch mit orkanartiken Böen (Bft 11-12) einhergehen können. Bei wiederholt auftretenden Gewittern ist auch extrem heftiger Starkregen um 60 l/qm in kurzer Zeit möglich. Tornados können nicht ausgeschlossen werden. Die Gewitteraktivität wird am späten Nachmittag und Abend ihren Höhepunkt erreichen, erst in der Nacht zum Montag klingen die Gewitter allmählich ab."

Alle aktuellen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes finden Sie HIER.

Die Wetterübersicht für Ihre Region 

Haus in Warendorf nach Blitzeinschlag ausgebrannt

In Ennigerloh im Kreis Warendorf musste eine Familie am Sonntag hilflos zusehen, wie ihr Einfamilienhaus nach einem Blitzeinschlag komplett ausbrannte. Der Schaden beträgt mindestens 300.000 Euro. In Oer-Erkenschwick machte ein Blitzeinschlag die Hälfte eines Doppelhauses unbewohnbar. Wegen eines heftigen Gewitters musste ein Fußball-Testspiel zwischen dem FC Gütersloh und Bundesligaabsteiger SC Paderborn abgebrochen werden.

Kirche brannte in Recklinghausen

Blitz und Donner zogen am Sonntag wie von den Meteorologen vorhergesagt von Westen her über das Land. In Recklinghausen setzte ein Blitz einen Kirchturm in Brand, auch in Schwelm entzündete die Naturgewalt einige Dachstühle, wie die Polizei berichtete. Große Schäden wurden jedoch zunächst nicht bekannt. In Wuppertal musste die Feuerwehr ausrücken, um zu verhindern, dass ein vom Sturm umgeknickter Baum auf eine Bahnstrecke fällt. Bei Dortmund stand eine Straße unter Wasser, aber nur für kurze Zeit. In Herdecke hielten umgestürzte Bäume und überschwemmte Straßen die Feuerwehr auf Trab.

Blitze und Bäume legen Schienenverkehr lahm

In ganz NRW kommt es zu Verspätungen im Bahnverkehr. Zahlreiche umgestürzte Bäume blockieren die Gleise.

Hier geht es zur Bahn-Live-Auskunft

Ein Blitz hat am Sonntag die Signalanlagen im Essener Hauptbahnhof lahmgelegt. Seit dem Vormittag sei der Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr verspätet und werde teilweise umgeleitet, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. "Zeitweise waren im Essener Hauptbahnhof alle Signale erloschen." Der Blitz hatte gegen 10.30 Uhr eingeschlagen. Bis voraussichtlich 17.00 Uhr sollte die Störung behoben sein.

Mindestens acht Menschen bei Badeunfällen gestorben 

Schon wieder sind in Nordrhein-Westfalen Menschen ertrunken: Wie die Polizei mitteilte, stürzte ein 23-Jähriger in Simmerath von einem Steg in den Eiserbachsee. Der Mann ging unter und tauchte nicht wieder auf. Er sei wohl Nichtschwimmer gewesen, hieß es. Erst drei Stunden später holten Taucher die Leiche aus dem Wasser. In Eschweiler kam ein 50-Jähriger im Blausteinsee ums Leben. Der Mann wollte mit Freunden zu einer Boje schwimmen, machte dann aber auf halbem Weg kehrt und wollte zurück ans Ufer. Dort sei er aber nicht angekommen, hieß es weiter. In der Nacht fanden Taucher den toten Mann im See. Im Naturfreibad von Siegen kam ein 17 Jahre alter Jugendlicher ums Leben, ein Sechsjähriger ertrank zudem am Samstag im Rhein beim Spielen. Allein in den vergangenen Tagen starben somit mindestens acht Menschen bei einem Badeunfall.

Rekordhitze blieb aus

Die ganz große Hitze hat Nordrhein-Westfalen vorerst verschont. Mit 37,9 Grad stieg das Thermometer in Bad Lippspringe am Samstag auf den landesweit höchsten Wert, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes am Abend bilanzierte. Der Rekord von 40,1 Grad 2003 in Euskirchen bleibt damit bestehen. Dafür gaben kräftige Unwetter im Osten des Bundeslandes einen weiteren Eindruck von der Kraft der Natur. Das wird sich nach der Prophezeiung der Wetterkundler an diesem Sonntag fortsetzen.

Hohe Ozonbelastung 

Aufgrund der Hitze warnt das Landesumweltamt für das Wochenende vor einer hohen Ozonbelastung. Während am Freitag noch an fünf Messstellen in NRW der Alarmwert von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten wurde, waren die Werte am Samstagvormittag deutlich besser. Der höchste Ozonwert mit 158 Mikrogramm wurde in Solingen-Wald gemessen. - dpa

Quelle: wa.de

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