Streit um Versicherung

Unfallkasse NRW will Feuerwehrunfall nicht übernehmen

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Bei dem Brand im September in Wickede hatte sich ein junger Feuerwehrmann am Knie verletzt. Die Unfallkasse NRW weigert sich den Unfall anzuerkennen. 

Wickede - „Beiträge ja, Leistungen nein“ - harsche Kritik regt sich jetzt aus Reihen der Feuerwehr Wickede an der Unfallkasse NRW. Sie ist die Unfallversicherung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr und zeige gegenwärtig eine unglaubliche Weigerung, für einen eindeutigen Fall gerade zu stehen.

Es war der Einsatz am 10. September, bei dem „Am Obergraben“ ein Wohnhaus ausbrannte. Um 1.43 Uhr waren die Wehrleute alarmiert worden. Im Rahmen des Einsatzes bekam ein 19-Jähriger den Auftrag vom Einsatzleiter Gemeinde-Brandinspektor Georg Ptacek, den Brand im Obergeschoß unter Atemschutz über eine Steckleiter zu bekämpfen. „Beim Besteigen der Leiter verdrehte er sich das Knie und musste den Einsatz sofort abbrechen. Zwei Kameraden trugen den Feuerwehrmann zum Rettungsdienst, die ihn nach der Erstversorgung in das Klinikum Stadt Soest brachten“, heißt es zum Vorfall von der Feuerwehr. 

Da ein Feuerwehrunfall wie ein Arbeitsunfall zu behandeln ist, wurde ein Unfallbericht geschrieben und zur Unfallkasse NRW als zuständiger Berufsgenossenschaft geschickt. Doch die Unfallkasse erkennt die Verletzung nicht als Unfall an. Als Begründung sei mitgeteilt worden, der Feuerwehrmann sei ja noch im Wachstum und da kämen solche Verletzungen häufiger vor. Außerdem hätte der junge Mann aufgrund der vorbestehenden körpereigenen Anlagen eine Neigung zu solch einer Verletzung. Daher hätte die Knieverletzung auch in seiner Freizeit geschehen können.

„Der Unterschied ist, dass ein normaler Mensch in seiner Freizeit nicht mit einem ca. 20 Kilo schweren Atemschutzgerät und einer weiteren, mehrere Kilogramm schweren Ausrüstung sowie einer Atemschutzmaske, die das Gesichtsfeld sehr stark einschränkt, unterwegs ist und nebenbei noch das brennende Haus einer Familie löscht“, argumentiert die Feuerwehr. Aus diesen Faktoren resultieren für die Einsatzkräfte zusätzliche und besondere Risiken.

Die Weigerung der Unfallkasse NRW jedenfalls - sie sei „ein Schlag ins Gesicht aller ehrenamtlich Tätigen“. Und nicht ohne Verbitterung wird angemerkt: „Die Unfallkasse NRW ist für uns alle da - aber nicht um zu helfen, sondern um ihre Kassen zu füllen“.

Die Gemeinde Wickede und die Feuerwehr stehen hinter dem Feuerwehrmann und haben größtmögliche Hilfe zugesagt. Der Fall ist noch nicht ausgestanden. Der junge Feuerwehrmann hofft, dass die Unfallkasse noch ein Einsehen hat und den Unfall anerkennt. Nicht zuletzt deshalb, um eventuelle Spätfolgen über die Berufsgenossenschaft abwickeln zu können. 

Quelle: wa.de

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