Umfrage zu Inklusion: Eltern bemängeln Umsetzung

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Symbolbild

Düsseldorf - Die Elternvertreter an den Schulen mit Inklusion in Nordrhein-Westfalen sehen laut einer Umfrage Probleme in der Umsetzung des Projekts. "Die vorgefundenen Rahmenbedingungen werden in vielen Bereichen für unzureichend gehalten", sagte der Berliner Prof. Bernd Ahrbeck am Dienstag in Düsseldorf.

Fast 90 Prozent der Befragten stellten erhebliche Probleme fest. Jedoch befürworteten 80 Prozent im Kern den Wandel hin zum gemeinsamen Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten. Die FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag hatte die Studie in Auftrag gegeben.

Das Team des Forschers am Institut für Rehabilitationswissenschaften an der Humboldt-Universität hatte die Elternvertreter aller 2746 Inklusionsschulen in NRW angeschrieben; ein knappes Viertel oder 645 antworteten.

Positive Einstellung zum "gemeinsamen Lernen"

Teils werden an den Schulen seit Jahren behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen unterrichtet, teils erst seit dem Schuljahr 2014/15. Seitdem gilt ein Rechtsanspruch auf gemeinsamen Unterricht. Insgesamt hätten die Elternvertreter eine positive Haltung zum "Gemeinsamen Lernen", sagte Ahrbeck.

Nach Einschätzung von knapp drei Viertel der Befragten gelinge aber der Umsteuerungsprozess meist nicht zufriedenstellend und das eingeschlagene Tempo werde als unangemessen eingeschätzt. Die Eltern bemängelten unter anderem, dass keine oder nicht ausreichend zusätzliche Lehrer und Sonderpädagogen eingestellt wurden und dass Räume nicht umgebaut wurden.

Auch Lehrer sorgen sich

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Joachim Stamp bemängelte, der Inklusionsprozess sei überstürzt worden. "Tempo war wichtiger als Qualität", sagte er. Die Verantwortung könne nicht auf die Schulen abgeschoben werden.

Die Lehrerverbände Lehrer nrw und Verband Bildung und Erziehung (VBE) erklärten, sie fühlten sich durch die Ergebnisse bestätigt in ihrer Kritik. "Die Umsetzung der Inklusion in den Schulen hängt noch immer weit hinter den von der Landesregierung geweckten Erwartungen hinterher", erklärte Udo Beckmann, der VBE-Vorsitzende in NRW. Die Sorgen der Eltern und der Lehrkräfte seien in vielen Punkten deckungsgleich.

Unterrichtsstunden laufen aus dem Ruder

Lehrer nrw teilte mit, es gebe immer wieder Berichte aus Schulen, wonach Unterrichtsstunden wegen auffälligen Verhaltens einzelner Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf komplett aus dem Ruder liefen. "Oft ist dann der zuständige Sonderpädagoge in einer anderen Klasse oder in einer anderen Schule unterwegs - oder schlicht nicht vorhanden", berichtete der Lehrerverband. - dpa

Quelle: wa.de

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