Pkw überschlägt sich - Schaulustige behindern Rettung in Hagen

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Auch ein Polizeihund kam zur Verstärkung an die Unfallstelle. Seine Präsenz trug wohl dazu bei, dass die Polizei die Einsatzstelle frei machen konnte.

Hagen - Bei einem Verkehrsunfall in Hagen-Wehringhausen hat sich am Donnerstagabend ein Auto überschlagen, der Fahrer wurde schwer verletzt. Bei den Rettungsarbeiten wurden Polizei und Feuerwehr von rund 150 Schaulustigen massiv in ihrer Arbeit behindert. Erst Mitte April hatte die Hagener Polizei bundesweit Schlagzeilen gemacht, als sie die Behinderung der Helfer durch Gaffer mit einem Facebook-Post - "Schämt euch, ihr Gaffer vom Hauptbahnhof" - öffentlich anprangerte.

Gegen 19 Uhr am Donnerstagabend passierte der Unfall auf der Langen Straße. Ein alkoholisierter 42-Jähriger stieß mit seinem Skoda gegen einen geparkten Nissan. Durch den Zusammenprall überschlug sich sein Wagen und blieb auf dem Fahrzeugdach liegen. Zeugen berichteten, dass der Mann kurz vor dem Unfall Schlangenlinien gefahren sei, aber die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten habe. Er musste durch den Rettungsdienst der Stadt Hagen medizinisch erstversorgt und in ein Krankenhaus gebracht werden.

Schaulustige reagierten nicht auf Platzverweise

Die Erstversorgung gestaltete sich aber schwierig, weil sie von Schaulustigen massiv gestört wurde. Die Hagener Polizei schreibt in einer Pressemitteilung von rund 150 Personen, die teilweise mit ihren Smartphones in der Hand durch die unmittelbare Unfallstelle liefen und auf die polizeilichen Platzverweise nicht reagierten.

Die Polizei musste Verstärkung anfordern. Die kam, auch in Begleitung eines Polizeihundes. Der Hund, so heißt es von der Polizei, sei nicht aktiv zum Einsatz gekommen, sondern lediglich angeleint und mit Beißkorb versehen für einige Minuten aus dem Einsatzfahrzeug geholt worden. Unter anderem die Anwesenheit des Hundes habe es aber ermöglicht, die Einsatzstelle größtenteils freizumachen.

Ein Atemalkoholtest ergab bei dem 42-jährigen Unfallverursacher einen Wert von rund 2 Promille. Ihm wurden zwei Blutproben entnommen. Sein Führerschein wurde durch die Beamten beschlagnahmt. Beide Unfallfahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Die Lange Straße war im Bereich der Unfallstelle für rund 90 Minuten gesperrt.

Während der Unfallaufnahme konnte festgestellt werden, dass der 42-Jährige gegen 18.50 Uhr bereits in einen Unfall verwickelt gewesen war. In der Straße "Auf der Halle" kam er von der Fahrbahn ab und fuhr drei Zaunpfeiler eines Elektrozaunes um. Im Anschluss entfernte er sich von der Unfallstelle. Auch in diesem Fall ermittelt die Polizei nun gegen den Mann.

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Quelle: wa.de

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