Erpel erfolgreich operiert

Tierquäler durchbohrt Ente in Hamm mit Pfeil - Polizei ermittelt

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Thorsten Kestner von der Auffangstation und Arzthelferin Sina Westphal untersuchen den Erpel, in dessen Hals seit Weihnachten ein Pfeil steckte.

Hamm - Ein Tierquäler hat einen Pfeil auf eine Ente in Hamm gefeuert. Er durchbohrte den Hals des Tieres. Doch die Ente hat Glück.

Ein Erpel, der in Hamm von einem bislang  Unbekannten mit einem Pfeil beschossen wurde, ist erfolgreich operiert worden. Vor dem Eingriff am Mittwoch hatte ein Düsseldorfer Tierretter den Erpel aus dem Teich im Kurpark der Stadt gefischt. Dort hatte der Erpel mindestens zwei Wochen lang mit dem Pfeil im Hals gelebt. Er schien dabei quietschfidel – watschelte, paddelte und fraß im Kreise seiner Artgenossen, als sei nichts gewesen.

Nun wurde der Erpel aus dem Kurpark am Mittwoch eingefangen. Laut dem Stadtsprecher hatten Mitarbeiter des Hammer Tierparks Stefan Bröckling vom Tiernotruf in Düsseldorf eingeschaltet, der die Ente jetzt mit Spezialausrüstung einfangen konnte. Dabei nutzte er eine Art Netz-Pistole, die er aus etwa fünf Metern Entfernung "abfeuern" konnte. Der Erpel soll nun von einem Tierarzt in Hattingen behandelt werden. Zuvor waren mehrere Versuche, das Tier mit einem Kescher einzufangen, gescheitert.

Die Röntgenbilder des Erpels.

Nach dem Röntgen und einer Untersuchung des Halsinneren zog der Tierarzt den Pfeil heraus und nähte die Wunde zu. Laut Bröckling wäre das Tier sonst an dem Pfeil gestorben. Nach einer Erholungsphase in der Station, so hofft die Stadt Hamm, soll die Ente wieder auf dem Kurteich schwimmen. Nach dem Tierquäler wird noch gesucht. Er soll zum Abfeuern des Pfeils ein Blasrohr benutzt haben - eine Waffe, die als Sportgerät oder zum Jagen verwendet wird.

Die Operation ist geglückt.

Die Polizei Hamm ermittelt derweil gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Bereits am 23. Dezember hat sich eine Zeugin bei uns gemeldet und von der Ente berichtet, seitdem laufen die Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Ulrich Biermann. Ist der Straftatbestand der Tierquälerei erfüllt, stünden darauf bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. 

Die Ente mit Pfeil schwomm weiterhin ganz agil auf dem Kurparkteich.

Hinweise auf den Täter gebe es bislang nicht. Doch um so gezielt und kraftvoll mit einem Blasrohrpfeil zu schießen, dass er im Hals einer Ente steckenbleibt, müsse man schon geübt sein. Professionell genutzt würden Blasrohrpfeile zum Beispiel von Veterinärmedizinern zur Betäubung von Tieren, sagt Biermann. „Tierärzte haben wir jedoch nicht im Verdacht.

Ente mit Pfeil im Hals schwimmt munter im Kurpark Hamm

Quelle: wa.de

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