Razzien am Mittwoch 

In Flüchtlingsheim: Polizei nimmt weiteren Terrorverdächtigen fest

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In mehreren Städten Nordrhein-Westfalens führte die Polizei am Mittwochmorgen Razzien durch.

Düsseldorf - Nach Razzien in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens ist am Mittwochmorgen in einem Flüchtlingsheim ein weiterer Terrorverdächtige festgenommen worden.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hat am Mittwoch Durchsuchungen bei drei mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vorgenommen. Die Razzien erfolgten auf Veranlassung des Generalbundesanwalts. Die drei Beschuldigten seien verdächtig, seit Januar 2015 und Juli 2015 um Mitglieder und Unterstützer für den IS geworben zu haben, teilte ein Sprecherin der Behörde in Karlsruhe der Deutschen Presse-Agentur mit. Einer der mutmaßlichen Islamisten soll darüber hinaus die Terrororganisation finanziell und logistisch unterstützt haben.  

Die zuständigen Polizeibehörden bestätigten Durchsuchungen in Dortmund, Duisburg und Hildesheim. Augenzeugen beobachteten Polizeieinheiten unter anderem vor einem Reisebüro mit türkischem Namen in Duisburg. Das Internetportal „DerWesten“ berichtete, der Inhaber des Reisebüros stehe im Verdacht, Kontakt zu zwei Jugendlichen gehabt zu haben, die einen Anschlag auf ein Gebetshaus der Sikh-Religionsgemeinschaft in Essen verübt haben sollen. Er habe dies aber bestritten.

Mann in Dinslakener Flüchtlingsheim offenbar unter Terrorverdacht festgenommen

Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Islamisten in Rheinland-Pfalz hat die Polizei am Mittwoch im nordrhein-westfälischen Dinslaken einen zweiten Verdächtigen festgesetzt. Beide Festnahmen stünden im Zusammenhang, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Wegen der noch laufenden Ermittlungen könnten „weitere Einzelheiten derzeit nicht mitgeteilt werden“, hieß es in der Erklärung.

Laut „Rheinischer Post“ soll der 24-jährige mutmaßliche Islamist, der in Mutterstadt festgenommen worden war, zeitweise in der gleichen Flüchtlingsunterkunft in Dinslaken gewohnt haben, wie der am Mittwoch Festgenommene. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft nicht.

Der 24-jährige Asylbewerber war am Freitag bei einem SEK-Einsatz in Mutterstadt in der Pfalz festgenommen worden. Der Mann sei ins Visier der Fahnder geraten, nachdem ein Zeuge Hinweise auf eine mögliche islamistisch-motivierte Anschlagsplanung gegeben hatte, wie das nordrhein-westfälische Innenministerium am Dienstagabend mitteilte.

Jäger: "Wer meint, hier unbehelligt hetzen zu können, liegt daneben"

Bei den Ermittlungen gegen drei mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen fünf Wohnungen und ein Geschäft durchsucht. Das teilte Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch mit. Durchsuchungen habe es am frühen Morgen in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Tönisvorst (Kreis Viersen) gegeben.

Zuvor hatte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mitgeteilt, die drei Beschuldigten seien verdächtig, seit Januar 2015 und Juli 2015 um Mitglieder und Unterstützer für den IS geworben zu haben. Einer der mutmaßlichen Islamisten soll darüber hinaus den IS finanziell und logistisch unterstützt haben. Festnahmen habe es keine gegeben, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Durchsuchungen hatte es auch in Niedersachsen gegeben.

Die Durchsuchungen zeigten, dass die Polizei nicht nachlasse, die islamistische Szene auszutrocknen, sagte Jäger. „Wer meint, hier unbehelligt hetzen und junge Männer für den bewaffneten Kampf in Syrien und im Irak rekrutieren zu können, liegt daneben.“ Die Sicherheitsbehörden täten alles, um zu verhindern, „dass die salafistischen Verführer Kinder und Jugendliche ihrer Gehirnwäsche unterziehen“.

dpa/AFP

Quelle: wa.de

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