800 Menschen in Lebensgefahr

Syrische Brüder in Soest als Schleuser verhaftet

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In Soest wurden zwei Syrer festgenommen, denen vorgeworfen wird, 800 Menschen unter lebensbedorhlichen Umständen übers Mittelmeer geschleust zu haben.

Soest - Erst jetzt – zwei Monate nach dem spektakulären Polizeieinsatz im Soester Flüchtlingsheim an der Waldstraße – haben die Behörden Einzelheiten der Festnahmen mitgeteilt. Danach sind am 12. August zwei syrische Brüder verhaftet worden, die sich als Schleuser betätigt und bei dem Transport mit einem dafür untauglichen Schiff das Leben von 800 Flüchtlingen aufs Spiel gesetzt haben sollen.

Das Oberlandesgericht Hamm hat jetzt die Auslieferung der beiden Syrer an Italien für rechtens erklärt. Die italienischen Strafverfolger hatten nach dem illegalen Einschleusen der 800 Flüchtlinge einen internationalen Haftbefehl gegen die beiden Tatverdächtigen, Jahrgang 1989 und 1993, erwirkt.

Die Italiener legen den Brüdern zur Last, am 30. Dezember vergangenen Jahres als Crewmitglieder des Schiffs „Blue Sky M“ gemeinsam mit weiteren Syrern 800 Menschen vom Golf von Mersin (Türkei) bis nach Gallipoli (Italien) gebracht und an der illegalen Einreise der Flüchtlinge mitgewirkt zu haben.

Syrer beteuern, selber Flüchtlinge zu sein

Das Frachtschiff lief nach Angaben des Oberlandesgerichts unter moldawischer Flagge, der Frachtraum sei nicht für den Transport einer so großen Zahl von Menschen ausgelegt gewesen. Das Leben der Reisenden sei bewusst aufs Spiel gesetzt worden, zumal es an geeigneten Sicherheitsvorkehrungen gemangelt und obendrein schlechtes Wetter geherrscht habe.

Seit ihrer Festnahme in Soest sitzen die beiden Syrer in zwei NRW-Gefängnissen. Sie haben angegeben, selber als Flüchtlinge an Bord des Schiffes gewesen zu sein und mehrere tausend Euro für die Überfahrt gezahlt zu haben.

Ob an diesen Behauptungen etwas dran ist, haben die deutschen Gerichte nicht aufzuklären, so das Hammer Oberlandesgericht. Das sei vielmehr Aufgabe der italienischen Justiz. Die beiden Syrer – einer von ihnen ist bereits als Flüchtling anerkannt – würden auch nicht im Rahmen der Asylverfahren Italien überstellt, sondern auf Basis der Strafverfolgung und des Haftbefehls. Im Übrigen gewähre auch Italien Flüchtlingen aus Syrien Asyl und schiebe derzeit niemanden in ihr von Krieg und Terror gerütteltes Heimatland ab.

Quelle: wa.de

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