Schlimmer Fall mit Schwerverletztem

Unfallflucht mit Touran: Wer abhaut, riskiert Anzeige

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Die Suche nach dem unfallflüchtigen Touran-Fahrer geht weiter.

Hamm - Es ist ein kurioser Anblick, den man in diesen Tagen vor den Hammer Polizeiwachen sehen kann: Reihenweise stehen dort Volkswagen vom Modell Touran – alle in schwarz.

Es ist aber kein PR-Gag des Wolfsburger Konzerns, sondern die Suche nach der Unfallfahrerin, die kürzlich mit genau diesem Modell einen schweren Unfall verursachte. Und so müssen alle 310 Halter eines schwarzen Tourans mit Hammer Kennzeichen ihr Gefährt bei der Polizei vorführen.

Ob nun per Ausschlussverfahren oder durch Zeugenhinweise: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Unfallfahrerin geschnappt wird. „Im Jahr 2014 wurden in Hamm 48 Fälle von Unfallflucht mit Personenschaden verzeichnet, dabei lag die Aufklärungsquote bei 68,75 Prozent“, erklärte Polizeisprecher Ulrich Biermann gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Insgesamt seien im vergangenen Jahr bei der Hammer Polizei 1 067 Unfallfluchten – mit einer Aufklärungsquote von 44,7 Prozent – registriert worden.

Warum hauen Unfallfahrer überhaupt ab?

Doch warum hauen Menschen überhaupt ab, wenn sie einen Unfall „gebaut“ haben? Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder tun sie es absichtlich oder eben unabsichtlich. „Meistens merkt man es aber, wenn man ein fremdes Fahrzeug in irgendeiner Weise berührt hat“, weiß Biermann. In jedem Fall handelt sich der Unfallflüchtige eine Anzeige ein. „Wenn derjenige dann vor Gericht oder der Staatsanwaltschaft glaubhaft macht, dass er den Unfall wirklich nicht bemerkt hat, wird das Verfahren eventuell eingestellt“, erklärt der Polizeisprecher. Das gelte aber nur bei kleinen Sachschäden.

Zischt jemand bewusst nach einem Unfall ab, ist häufig Alkohol im Spiel. Biermann: „Gründe für eine Flucht können aber auch die drohenden Kosten sein oder dass kein Führerschein vorhanden ist.“ Es komme ebenfalls vor, dass die Flüchtigen Angst vor einer Strafe oder einfach kein Unrechtsbewusstsein haben.

Die Strafe kann deftig ausfallen

Apropos Strafe: Die kann deftig ausfallen – je nach Höhe des verursachten Schadens. „Auf Unfallflucht steht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, möglich sind aber auch Geldstrafen. Wenn es sich um einen Personenschaden handelt, kann es zusätzlich zu einer Anklage wegen Körperverletzung kommen“, macht der Sprecher der Hammer Polizei die Konsequenzen deutlich. Und nicht nur das: „Bei Personenschäden oder einem Sachschaden ab etwa 1300 Euro ist der Fahrer erstmal seinen Führerschein los.“

Man kann sich den ganzen Ärger aber auch sparen. „Wer einen Unfall verursacht hat und es ist niemand vor Ort, muss eine angemessene Zeit vor Ort warten. Wie lange ist dabei beispielsweise von der Örtlichkeit abhängig“, schildert Ulrich Biermann. Einen Zettel mit seinen Daten unter die Windschutzscheibe zu klemmen, reicht nicht aus. „Ich empfehle, immer sofort die Polizei anzurufen.“

Gleiches gilt übrigens auch für Zeugen einer Unfallflucht. „Sie sollten sich möglichst das Kennzeichen, den Fahrzeugtyp und auch das Aussehen des Fahrers merken und sich dann bei der Polizei melden“, gibt der Polizeisprecher mit auf den Weg.

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Quelle: wa.de

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