Streit im Flüchtlingsheim - Polizei schießt auf 23-Jährigen

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Bonn - Ein möglicherweise belangloser Streit in einem Flüchtlingsheim eskaliert. Ein Messer wird gezückt. Schließlich beendet das SEK mit Schüssen den Vorfall. Bilanz: ein schwer verletzter Flüchtling.

Nach einem Streit zwischen zwei Bewohnern eines Flüchtlingsheims hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am Samstag in Bonn auf den Angreifer geschossen und ihn schwer verletzt.

Der 23 Jahre alte Mann aus Guinea sei mehrfach in Arm und Schulter getroffen worden, berichtete die Polizei am Sonntag. Sein Zustand sei stabil.

Die Staatsanwaltschaft prüfe unter anderem, ob die Schüsse der Polizisten ein Körperverletzungsdelikt seien. Wie viele Beamte geschossen haben, wollte ein Polizeisprecher nicht sagen.

Der 23-Jährige war am Samstagnachmittag mit einem vier Jahre älteren Landsmann in Streit geraten. Dabei habe er seinen 27-jährigen Mitbewohner mit einem Messer attackiert und an Arm und Hand verletzt. Anschließend flüchtete der Mann ins Obergeschoss des Gebäudes.

Das ehemalige Seniorenheim, das derzeit als Flüchtlingsunterkunft dient und 200 Menschen beherbergt, sei daraufhin von der Polizei abgesperrt worden. Die Polizisten alarmierten zudem Spezialkräfte, die den 23-Jährigen festnehmen sollten.

Die Situation eskalierte, als der Flüchtling aus dem Fenster einer Küche sprang und mit zwei Messern bewaffnet auf die Polizisten zulief, die an einer Absperrung zur Straße standen. Zunächst hätten die Beamten versucht, den 23-Jährigen mit Pfefferspray zu stoppen, sagte der Sprecher.

Um weitere Angriffe zu verhindern, hätten sie schließlich geschossen und den Mann überwältigt.

Das Flüchtlingsheim stehe an einer Straße, die von zahlreichen Passanten genutzt werde. Zudem hätten viele Bewohner der Unterkunft an der Absperrung gestanden. Zu den Hintergründen der Tat machte die Polizei keine weiteren Angaben. Die Ermittlungen dauerten an.

dpa

Quelle: wa.de

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