Straßen NRW bestätigt:

A44-Problem-Baustelle: Auftrag neu vergeben

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Noch steht auf der A44 bei der Abfahrt Werl-Süd nur der einsame Betam-Bagger, in Kürze soll eine neue Firma die Arbeiten hier wieder aufnehmen.

Werl - Auf der Autobahn 44 zwischen Werl und Soest soll in Kürze wieder gearbeitet werden. Das bestätigte Bernd Löchter, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW, auf Anzeiger-Anfrage. Das verkürzte Vergabeverfahren sei abgeschlossen, der Auftrag an eine neue Firma vergeben.

Zu 99 Prozent sei alles klar, so Löchter. Am Freitag gebe es ein letztes Abstimmungsgespräch. Dabei soll auch geklärt werden, wann die neue Firma anfängt. Mitarbeiter des Unternehmens und von Straßen NRW werden in diesen Tagen vor Ort eine Bestandsaufnahme durchführen. Die Baustelle ist noch eingerichtet, der Verkehr in beide Richtungen fließt derzeit komplett auf der Fahrbahn Richtung Dortmund.

Die Suche nach einer neuen Firma war nötig geworden, weil das beauftragte Unternehmen Betam in die Pleite gerutscht war (wie berichtet). Straßen NRW hat den Vertrag mit Betam gekündigt. In erster Linie nicht wegen der Insolvenz, sondern weil das Unternehmen zuvor wochenlang nicht auf der Baustelle war. Straßen NRW wertete dies als „Leistungsverweigerung“. Inzwischen hat Betams Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass der Geschäftsbetrieb nicht fortgeführt werden könne. Rund 270 Mitarbeiter des Bochumer Unternehmens würden entlassen.

In dem neuerlichen Vergabeverfahren habe Straßen NRW die in der ersten Runde unterlegenen Bieter angeschrieben, so Löchter. Er gehe davon aus, dass der vorgesehene Kostenrahmen von rund 7,1 Millionen Euro nicht wesentlich überschritten werde. Die Mehrkosten für die Verzögerung werde man, soweit im Rahmen des Insolvenzverfahrens möglich, Betam in Rechnung stellen.

Sanierung wohl nicht im Oktober abgeschlossen

Die zwei Monate Zeitrückstand seien aber nicht mehr aufzuholen. Ursprünglich sollte die Sanierung des 5,3 Kilometer langen Abschnitts der maroden Betonfahrbahn im Oktober abgeschlossen sein, nun geht Löchter von der Fertigstellung frühestens im ersten Quartal 2016 aus. Das hänge schließlich auch von der Härte des Winters ab.

Für den Bund der Steuerzahler NRW ist die Baustelle auf der A44 Anlass zur Kritik an der öffentlichen Vergabepraxis. So sagt Markus Berkenkopf, Referent für Haushalts- und Finanzpolitik, dass das in der Vergabeordnung vorgeschriebene „wirtschaftlichste Angebot“ nicht mit dem „billigsten Angebot“ gleichzusetzen sei. Vielmehr müssten auch Kriterien wie Sachkenntnis, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit berücksichtigt werden.

Das Kapitel Betam ist für Straßen NRW nicht vollends beendet. Noch steht ein Bagger der Firma auf der abgesperrten Fahrbahn – und einem Neustart im Weg...

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Quelle: wa.de

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