Stiller Alarm: Bürger sollen Notruf wählen 

Was niemand weiß: Rote LEDs am Taxi-Schild weisen auf Notfall hin

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Taxifahrer werden insbesondere in den Nachtstunden immer wieder Opfer von Überfällen. Durch ein blinkendes Dachzeichen oder zusätzliche LED können Passanten gewarnt werden. Dann sollte die Polizei umgehend informiert werden.

Hamm - Taxifahrer haben bekanntermaßen einen nicht ungefährlichen Job. Besonders in der Nacht kommt es immer wieder zu Überfällen. Die Fahrer können sich dabei mit zwei unterschiedlichen Alarmen aus bedrohlichen Situationen retten oder Hilfe anfordern. Der stille Alarm ist dabei vielen Bürgern noch gänzlich unbekannt.

„Die denken dann, dass die Anzeige des Taxischildes defekt ist“, schildert Uwe Roemer, Vorsitzender der Taxigemeinschaft in Hamm. Wird der stille Alarm vom Fahrer ausgelöst, leuchtet je nach Ausführung des Fahrzeugs das gesamte Dachzeichen oder rote LED blinken darin auf.

„Diese Technik gibt es seit über zehn Jahren in Hamm, aber viele wissen das nicht einzuordnen.“ Richtig wäre es, wenn Zeugen in einem solchen Fall die Polizeileitstelle unter der Notfallnummer 110 anrufen würden. „Diese Fälle sind leider in der absoluten Minderheit, was sicher an der mangelnden Aufklärung der Bevölkerung liegt.“

Stiller oder aktiver Alarm

Nach der Auslösung des stillen Alarms wird mit einem zweiten Knopfdruck der zweite, aktive Taxi-Alarm eingeschaltet, der nicht zu übersehen oder zu überhören ist. Dieser Alarm lässt Scheinwerfer sowie die Warnlichter blinken und löst zusätzlich eine Intervallfolge von Huptönen aus.

Zwar gibt es Schulungsangebote für Fahrer, doch es ist kaum möglich, alle wirklich möglichen Situationen eines Raubes durchzuspielen. „Das ist das große Problem, denn man kann nur vorbereiten, wie man sich verhalten sollte. Eine solche Situation ist immer anders und lässt sich nicht planen“, so der Experte.

Vor knapp 20 Jahren wurde dem Taxifahrer nach einer Fahrt von Hamm nach Dortmund vom Rücksitz aus ein Messer an den Hals gehalten. „Da habe ich eigentlich falsch reagiert und einfach nur Glück gehabt, dass der Täter mit meiner Reaktion nicht gerechnet hatte“. Damals rutschte Roemer spontan mit seinem Sitz zurück und nutze die Überraschung des Täters, um sich aus dem Auto herauszurollen. „Das würde ich heute wohl nicht mehr machen“, bilanziert er. Angst, Nachtfahrten zu übernehmen, habe er in der Folge trotzdem nicht gehabt.

Gefährlicher sei das Taxifahren in den vergangenen Jahren nicht geworden. „Vor Jahren gab es mal eine Zeit, in der einige Fahrer getötet wurden – so etwas hat es jetzt glücklicherweise schon länger nicht gegeben“, sagt Roemer. Nach Daten der Deutschen Taxistiftung gab es zuletzt 2001 einen Todesfall.

Quelle: wa.de

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