"Staus unvermeidlich" - Polizeikontrollen in Nordrhein-Westfalen in Grenzgebieten zur EM

Aachen - Um Hooligans abzufangen, verstärkt die Bundespolizei während der Fußball-EM ihre Präsenz in den Grenzregionen. Das dürfte den einen oder anderen Stau provozieren.

Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft will die Polizei in den nordrhein-westfälischen Grenzregionen stärker kontrollieren - sehr zum Ärger des einen oder anderen Autofahrers. "Bei Polizeikontrollen gerade an grenzführenden Autobahnen lassen sich Staus nicht vermeiden", sagte Peter Meintz, ADAC-Sprecher in Dortmund, der Deutschen Presse-Agentur. Es komme bereits zu Behinderungen, wenn die Polizei nur sogenannte Sichtkontrollen vornehme. Auch die Bundespolizei räumt ein, dass es zu Staus durch die mobilen Kontrollen kommen könnte.

ADAC-Sprecher Meintz empfiehlt Reisenden, sich vor allem an Spieltagen der deutschen Mannschaft vor Fahrtantritt über die Verkehrslage zu informieren. Autofahrer müssten zudem mit weiteren Kontrollen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich rechnen. "Wer zu Spielen fahren möchte, sollte einen Zeitverlust von zwei bis drei Stunden einplanen", sagte Meintz.

Der Fokus der Beamten liege in der EM-Zeit vor allem auf gewaltbereiten Fußballfans, erklärte Jens Flören von der Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin. Mutmaßliche Hooligans sollen im Grenzgebiet abgefangen werden. Auch die Terrorlage sei während des Turniers zwischen dem 10. Juni und dem 10. Juli verstärkt im Blick.

Bereitschaftspolizisten unterstützen die Bundespolizei bei den Kontrollen. Auch Fan- und Szene-kundige Beamte werden eingesetzt, erklärte Polizeioberkommissar Bernd Küppers. An auffälligen Punkten seien vereinzelt und zeitlich begrenzt feste Kontrollstellen möglich. Nur im Notfall werden Grenzkontrollen errichtet. Die Bundespolizei werde zudem eng mit Kollegen aus den Niederlanden und Belgien zusammenarbeiten. "Wir tauschen uns über die Klientel aus der Fanszene, von der eine Gefahr ausgeht, intensiv aus", sagte Flören.

Polizeioberkommissar Küppers empfiehlt, Ausweispapiere mit dabei zu haben und bereit zu halten: "Vor allem Ausländer aus Drittländern, wie Russen oder Ukrainer, sollten sichergehen, dass ihre Papiere gültig sind." Die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes sollten bekannt sein. "Pfefferspray ist etwa in Deutschland erlaubt, darf aber nicht in die Niederlande mitgebracht werden."

Auch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland wird die Bundespolizei zur EM präsent sein. Laut einer ARD-Recherche befürchtet die Polizei unter anderem, dass Hooligans aus anderen Ländern Deutschland als Transitland zur EM benutzen könnten. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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