Nach Kölner Silversternacht

Starker Anstieg bei kleinen Waffenscheine in NRW

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Kleiner Waffenschein

Düsseldorf - Die Zahl der in Nordrhein-Westfalen erteilten sogenannten kleinen Waffenscheine für Schreckschusspistolen oder Pfefferspray ist innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Im Nationalen Waffenregister seien zum Stichtag 30. Juni 2016 für Nordrhein-Westfalen knapp 104.000 kleine Waffenscheine erfasst gewesen, teilte das Düsseldorfer Innenministerium in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordnete Marc Lürbke mit. 

Das waren rund 36.500 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahrs. 

Nach den Übergriffen in der Kölner Silversternacht hatten zu Jahresbeginn zahlreiche Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen von einer deutlichen Zunahme bei den Anträgen auf einen kleinen Waffenschein berichtet. 

Landesweit wurden allein von Ende Januar bis Ende Juni rund 30.000 kleine Waffenscheine erteilt. 

Der kleine Waffenschein ist für das Tragen von Reiz-, Signal- oder Schreckschusswaffen erforderlich. Für den reinen Erwerb dieser Waffen gibt es keine Auflagen. 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die Entwicklung mit viel Skepsis. "Schreckschusspistolen oder Pfefferspray geben nur eine gefühlte Sicherheit", sagte der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. Nach seinen Angaben werden kleine Waffenscheine häufig von Frauen beantragt. 

Es bestehe die Gefahr, dass durch den Griff zu Schreckschusspistole oder Pfefferspray die Situation eskaliere und sich Frauen zusätzlich gefährdeten. Besser sei es, Passanten zu Hilfe zu rufen. Auch optische oder akustische Signalgeräte seien geeigneter als Schreckschusspistolen. Auch das Innenministerium hält nicht viel vom Selbstschutz mit Gas- oder Schreckschusspistolen. "Das sind keine Spielzeuge", sagte ein Ministeriumssprecher. Sie könnten schwere und sogar lebensbedrohliche Verletzungen verursachen. "Die meisten sehen so täuschend echt aus, dass weder Unbeteiligte noch die Polizei auf Anhieb erkennen können, ob es sich um eine scharfe Waffe handelt. Deshalb sind diese Waffen auch für die Polizisten eine große Gefahr." - dpa

Quelle: wa.de

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