Sommer 2016 im Urlaubsland NRW - "Kein Grund zu jammern"

Schmallenberg - Der Sommer 2016 ist gefühlt eher ein Herbst. Kein Grund zu jammern sagt, ein Meteorologe. Das tun die Ferienregionen auch nicht - auch wenn der Tagestourismus leidet.

Trist, kühl, grau - manche Tage in diesen Sommerferien erinnern eher an Herbst. Trotzdem sagt der Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst Adrian Leysen: "Eigentlich gibt es keinen Grund zu jammern." Der Juli sei sogar etwas wärmer als im langjährigen Mittel gewesen und zu trocken. Der August war demnach bisher etwas zu kühl, ein durchschnittlicher Sommer. Zu Beginn der letzten Ferienwoche soll es wieder einen Anflug von Sommer geben.

Bisher hat das Wetter vor allem Tagestouristen spürbar die Lust auf einen Ausflug in Eifel oder Sauerland verhagelt. Insbesondere Ausflügler und Kurzentschlossene würden aufs Wetter schauen, sagte Anna Galon vom Sauerland-Tourismus in Schmallenberg-Bad Fredeburg. Letztlich bestimme die Wetter-App, ob es in der Shopping-Meile vor der Haustür oder im Freizeitpark im Sauerland Gedränge gebe.

Die Bedeutung der Wetterprognose merkt auch die Rursee Schifffahrt in der Eifel: "Sobald schlechtes Wetter für unsere Region angesagt ist, kommen die Leute von auswärts nicht. Egal wie das Wetter dann tatsächlich ist", sagt ein Mitarbeiter. Und kaum einer traue sich bei dem wechselhaften Wetter noch für eine Gruppe zu reservieren.

Generell ist die Tourismus-Branche in NRW aber recht zufrieden mit den Buchungen: "Ähnlich wie 2015", hieß es im Sauerland. In Münsterland und Teutoburger Wald sind die Tourismusbüros vom Andrang der Kurzurlauber geradezu überrascht, wie Heidi Feige von Münsterland Tourismus sagt. "Bei Ferienwohnungen haben wir eine richtige Buchungsschwemme", berichtet sie. Auch Radpauschalangebote seien nachgefragt, "auch kurzfristig."

Zu den wetterresistenten Kurzurlaubern gehören auch die Wanderer: "Wir sind sehr gut gebucht in diesem Sommer", sagt auch die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter (CDU). Die Eifel hat sich mit Eifelsteig und Nationalpark mittlerweile zur Wanderregion gemausert. "Wanderer sind ja eher wetterresistent", meint Ritter.

Ähnlich unerschütterlich sind die Ausflügler, die das Hermannsdenkmal in Detmold besuchen. "Klar ist es bei Sonnenschein schöner hier und es gibt vielleicht noch mehr Gäste. Es ist aber nicht deutlich weniger los als sonst zur Ferienzeit", sagt Renate Knüver-Weskamp, Mitarbeiterin in der Touristinfo am Fuße der berühmten Statue.

Wettersensibel sind dagegen Campingplätze an landschaftlich schönen Seen. Die Stadt-Campingplätze seien bei jedem Wetter gut besucht, anders als die Plätze draußen in schöner Landschaft, sagt Mario Weller vom Fachverband der Freizeit und Campingunternehmer NRW. Und aufs Zelten hätten bei dem Wetter deutlich weniger Camper Lust.

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Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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