Silvesternacht: Polizei fahndet erneut mit Fotos nach Verdächtigen 

Köln - Nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht haben die Ermittler weitere Fahndungsfotos von mutmaßlichen Sexualstraftätern veröffentlicht. Sie werden verdächtigt, in der Nacht im Gedränge drei junge Frauen "sexuell angegangen" zu haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten.

Im Bahnhof sei den damals 17- und 18-Jährigen an Brust, Bauch, Gesäß und in den Intimbereich gefasst worden. Die Opfer hätten zwei der drei mutmaßlichen Täter auf Bildern wiedererkannt. Die zwei nun veröffentlichten Fotos stammen nach Angaben der Ermittler von einer Videokamera im Kölner Hauptbahnhof. Die Polizei rief Zeugen auf, sich mit Hinweisen zu den Männer zu melden.

Die Polizei greift damit erneut auf eine öffentliche Foto-Fahndung zurück, um nach mutmaßlichen Tätern aus der Silvesternacht zu suchen. Erstmals hatte sie dieses Instrument im März genutzt, mehrere Verdächtige konnten danach ausfindig gemacht werden. In der Silvesternacht waren Frauen massenhaft sexuell bedrängt, umringt und beraubt worden.

Die Polizei Köln sucht Zeugen, die Angaben zur Identität oder zum Aufenthaltsort dieses Verdächtigen machen können.

Die juristische Aufarbeitung der Übergriffe in Köln ist noch in vollem Gange. Sie gilt aber als schwierig, da in der Nacht chaotische Zustände herrschten. Bislang gingen rund 1200 Anzeigen ein, etwa 500 davon wegen Sexualstraftaten. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft wurden mittlerweile auch 20 Urteile gefällt - oft ging es dabei aber um Delikte wie Diebstahl, Hehlerei und Raub. Erst Anfang Juli wurde erstmals ein Angeklagter wegen eines Sexualdelikts verurteilt. Am Dienstag bezifferte die Kölner Staatsanwaltschaft die Zahl der Beschuldigten mit 257. Die meisten kommen aus Algerien und Marokko.

Die Polizei Köln sucht Zeugen, die Angaben zur Identität oder zum Aufenthaltsort dieses Verdächtigen machen können.

Auch die Aufklärung der schwersten Sexualstraftaten gestaltet sich als sehr schwierig. Der Großteil der Verfahren wegen versuchter oder vollendeter Vergewaltigung läuft gegen unbekannt, wie die Kölner Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Insgesamt waren es Anfang der Woche 24 Verfahren in diesem Deliktbereich. Nur zwei richteten sich zu diesem Zeitpunkt gegen konkret Beschuldigte.

Quelle: wa.de

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