Sechs Millionen Euro in einem Jahr

"Superblitzer" auf A45 bei Hagen sprengt alle Erwartungen

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Durchschnittlich 400 Fahrzeuge werden täglich vom "Superblitzer" fotografiert.

Hagen - Als „Superblitzer“ wurde er am 16. Juli 2015 vorgestellt und in Betrieb genommen – jetzt, rund ein Jahr später, zeigt sich, dass der Blitzer an der Lennetalbrücke der A 45 bei Hagen alle erwarteten Superlative sprengt.

Im ersten Jahr wurden 650 Meter vor der Lennetalbrücke in Fahrtrichtung Frankfurt etwa 180 000 Fahrzeuge geblitzt.

Durch diese Geschwindigkeitsverstöße nahm die Stadt Hagen rund sechs Millionen Euro ein. Angesichts von 80 000 Fahrzeugen, die täglich den Bereich passieren, hatten die Verantwortlichen bei der Inbetriebnahme mit einer „märchenhaften“ Einnahmekalkulation von einer Million Euro im ersten Jahr gerechnet.

"Können uns Phänomen nicht erklären"

Bereits zur Halbjahresbilanz zeichnete sich ab, dass der Blitzer der Stadt deutlich mehr Ertrag bringen würde als vermutet: Schon im Januar lagen die Einnahmen bei drei Millionen Euro. „Wir können uns dieses Phänomen selbst nicht erklären, da die Inbetriebnahme der Anlage ein bundesweites Medienecho hervorgerufen hat und sie einen dementsprechenden Bekanntheitsgrad besitzt“, sagte Hagens Stadt-Pressesprecher Karsten-Thilo Raab am Dienstag auf Anfrage.

Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos

Zudem sei es bundesweit die einzige Blitzanlage, die mit drei Warnschildern im Vorfeld angekündigt wird. Rund 400 Temposünder werden laut Raab durchschnittlich am Tag überführt. „Der ungekrönte Jahressieger“ passierte den Messbereich mit einer Geschwindigkeit von 186 Stundenkilometern – erlaubt sind 80 km/h. Gerade außerhalb des Berufsverkehrs blitze es enorm häufig: „Die Berufspendler kennen den Blitzer und bremsen dadurch automatisch ahnungslose Fahrer aus“, erklärte der Pressesprecher diese Statistik.

Wütende Verkehrsteilnehmer

Angesichts der finanziellen Lage Hagens - die Stadt hat die dritthöchste Pro-Kopf-Verschuldung in NRW - sorgt die Anlage in der Stadtverwaltung für glückliche Gesichter. Bei vielen Autofahrern hingegen ruft sie Wut hervor: Im Dezember setzten Unbekannte die Anlage außer Gefecht, indem sie die Kameras verdrehten und die Objektive mit Bauschaum bespritzten.

Mit der Reparatur hatte die Stadt Hagen jedoch nichts zu tun: Für die Wartung und den Bau der Anlage ist eine private Firma zuständig. Die Stadt kassiert nur. Die Firma bekommt im Gegenzug eine Prämie pro erhobenem Bußgeld. „Diese Kooperation zwischen Kommune und Unternehmen ist in NRW einzigartig“, unterstrich gestern Karsten-Thilo Raab.

Die Blitzanlage war im Rahmen von Brückenbauarbeiten installiert worden. Für den gesamten Zeitraum der Bauarbeiten – nach Aussage der Stadt Hagen noch bis 2018 – soll sie wachsam auf die Geschwindigkeitsdisziplin der Verkehrsteilnehmer achten. „Anschließend wird sie ab- und eventuell an anderer Stelle wieder aufgebaut“, betonte Raab.

Quelle: wa.de

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