Kosmetikstudio muss für verpfuschte OP zahlen

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Symbolbild

Dortmund - Ein Kosmetikstudio mit Firmensitz in Lünen muss für missglückte Schönheitsoperationen in Ankara Schmerzensgeld zahlen. Der von ihnen beworbene türkische Chirurg hat keine Zulassung als Arzt in Deutschland.

Ein Kosmetikstudio mit Firmensitz in Lünen und mehreren Filialen in Nordrhein-Westfalen muss zwei Kundinnen wegen missglückter Schönheitsoperationen insgesamt 17 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Dies entschieden die Zivilrichter am Dortmunder Landgericht nach langwieriger und aufwändiger Beweisaufnahme.

Die heute 42 und 44 Jahre alten Klägerinnen hatten sich 2010 in einer Klinik in Ankara unters Messer gelegt, wollten kosmetische Korrekturen an Busen und Bauch erreichen. Geworben hatte für die im Vergleich zu vielen deutschen Operationen günstigen Eingriffe ein türkischer Schönheitschirurg. In den Filialen des türkischen Kosmetikstudios warben Flyer für die medizinische Kunst des Mannes, hier machte er auch im Hinterzimmer nötige Voruntersuchungen und anfallende Kontrollen.

Kleiner Schönheitsfehler: Der rührige Mediziner in Ankara hatte in Deutschland keine Zulassung als Arzt, durfte nach Überzeugung der Dortmunder Zivilrichter hier in keinerlei Weise medizinisch tätig werden. Bei den beiden Patientinnen zeigten sich nach den Eingriffen schnell hässliche Komplikationen: Entzündungen, schmerzhafte Narbenbildungen, unförmige Brüste und Dellen in der Bauchdecke. Zurück in Deutschland wurden die Freundinnen zunächst vertröstet, später abgewimmelt. Ganz offenkundig wollte niemand für die Operationspannen einstehen.

Auch in dem langwierigen Kunstfehlerprozess ließ sich der Schönheitschirurg aus Ankara nie blicken, reichte keine Behandlungsunterlagen ein. Das Gericht war daher auf die Diagnosen von Gutachtern und die Darstellungen der Klägerinnen angewiesen.

Diese konnten unter anderem mit einem unappetitlichen Detail aufwarten: In dem Hinterzimmer des Kosmetikstudios hatte eine Mitarbeiterin des Arztes Operationsfäden kurzerhand mit nicht sterilen Scheren und Pinzetten entfernt.

Quelle: wa.de

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