Schlangenliebhaber ging bei Mamba-Biss von "Todesurteil" aus

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Symbolfoto

Mülheim an der Ruhr - Wer giftige Tiere zu Hause hält, lebt gefährlich. Ein Mann aus Mülheim schwebte durch den Biss seiner Schwarzen Mamba in akuter Lebensgefahr. Jetzt äußerte er sich zu dem Vorfall. NRW-Umweltminister Remmel plant ein Gefahrtiergesetz.

Von seinem Haustier ging eine tödliche Gefahr aus: Ein junger Schlangenliebhaber ist am Wochenende in Mülheim beim Füttern von seiner Schwarzen Mamba gebissen worden, einer der giftigsten Schlangen weltweit. Nur Dank eines schnell per Hubschrauber herbeigeschafften Gegengifts wurde sein Leben gerettet.

"Ich dachte: Das ist mein Todesurteil"

Der Schlangenliebhaber ging unmittelbar nach Attacke davon aus, dass er sterben muss. "Ich dachte: Das ist mein Todesurteil", sagte der Besitzer der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Mit letzter Kraft habe er seine Mutter (58) rufen können.

"Nach zwei Minuten konnte ich kaum noch atmen. Dann setzten Lähmungen ein, ich konnte mich nicht mehr bewegen", zitiert die Zeitung den jungen Mann der seit seinem zehnten Lebensjahr Schlangen halte.

Die Giftschlange habe am Samstagnachmittag zugebissen, als er das drei Quadratmeter große Terrarium reinigen wollte. Das zweieinhalb Meter lange Mamba-Männchen sei plötzlich entgegengeschossen.

Laut Rettungskräften war der Mannes zunächst so instabil, dass er nicht per Hubschrauber transportiert werden konnte. Sein Zustand war am Wochenende auf Messers Schneide - bis ein eingeflogenes Gegengift wirkte. Er konnte am Montag die Klinik wieder verlassen. Die Haltung eines so gefährlichen Tieres in der Wohnung verteidigte der 25-Jährige: "Wir Hobby-Halter verhindern doch das Aussterben vieler Arten", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Gefahrtiergestz geplant

Allerdings gibt es in NRW immer wieder solche gefährlichen Vorfälle in NRW: 2010 büxt - ebenfalls in Mülheim - eine Kobra aus und versteckt sich in einem Wohnhaus, das evakuiert werden muss. 2013 beißt in Köln eine Texas- Klapperschlange ihren Besitzer, 2014 schnappt in Kerken eine Viper zu. Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalens sieht seit längerem eine ständige Gefahr durch giftige Exoten in privaten Haushalten.

Mit einem Gefahrtiergesetz sollen die Behörden im bevölkerungsreichsten Bundesland erstmals einen Überblick bekommen, wer wo gefährliche Tiere hält. Außerdem sollen Halter künftig nachweisen, dass sie in der Lage sind, ein gefährliches Tier sicher und artgerecht zu halten.

"Skorpione, Schlangen und Raubkatzen gehören nicht ins Wohnzimmer"

Das private Halten von besonders gefährlichen Tieren - das sind vor allem giftige Tiere - solle grundsätzlich untersagt werden. Dazu gehören bestimmte Skorpionarten, giftzahntragende Schlangenarten oder Raubkatzen wie Puma. "Sie gehören nicht in die Wohnzimmer unseres dicht besiedelten Bundeslandes", hatte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) schon vor längerer Zeit zu dem Thema erklärt.

Für Hundehaltung strengere Auflagen als für Schlangenhaltung

Inzwischen sei es nicht nur in NRW so, dass für das Halten von Hunden strengere Auflage existierten als für das Halten einer hochgiften Schlange. Bislang gibt es nach Düsseldorfer Ministeriumsangaben in acht der 16 Bundesländer Gesetze oder Verordnungen, in denen die Haltung von gefährlichen Tieren geregelt ist.

"Wir hoffen, dass das Gesetz noch in diesem Jahr im Landtag einbracht und verabschiedet werden kann", sagte ein Ministeriumssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Schwarze Mamba zählt zu den weltweit giftigsten Schlangenarten. Sie sondert beim Biss ein Nervengift ab, das bei Menschen zum Tod durch Atemstillstand führen kann, erläuterte Reptilien-Experte Thomas Ziegler vom Kölner Zoo. - lnw

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Quelle: wa.de

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