Aussicht auf rasche Entscheidungen gering

Runder Tisch zum "Turbo-Abi": CDU hat Teilnahme abgesagt

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Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne)

Düsseldorf - In acht Jahren zum Abitur: Kaum einer will das noch. Auf dem Weg zurück zum Abi nach neun Jahren wird viel palavert - aber nicht entschieden.

Zu Beratungen über die Zukunft des umstrittenen "Turbo-Abis" waren Vertreter zahlreicher Verbände und Parteien am Dienstagabend zum Runden Tisch bei Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) geladen. 

Die Aussicht auf rasche Entscheidungen waren gering: Die Landeselternschaft bestand auf einer Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) und zeigte sich skeptisch zu Kompromissvorschlägen. 

Die Landtags-Opposition warf der rot-grünen Regierung vor, keinen klaren Standpunkt einzunehmen. Die CDU sagte deshalb sogar ihre Teilnahme ab. Es gebe "keine klare Positionierung der Schulministerin" und auch keine gemeinsame Linie der Regierungsfraktionen, kritisierte der CDU-Abgeordnete Klaus Kaiser. 

Der Runde Tisch, an dem bislang über Verbesserung des achtjährigen Weges zum Abitur (G8) gesprochen wurde, sei aber kein Forum zur Schlichtung zwischen den uneinigen Regierungsparteien. 

Ins gleiche Horn stieß die Piraten-Fraktion: Eltern, Schüler, Lehrer wollten die Rückkehr zu G9, betonte die Abgeordnete Monika Pieper. "Es ist alles gesagt", der Runde Tisch sei nur ein Spiel auf Zeit, weil die Regierungsparteien sich nicht entscheiden könnten. 

Die FDP plädiert für eine Wahlfreiheit der Schulen zwischen G8 und G9 und warf dem Regierungslager ebenfalls Uneinigkeit vor. Der Runde Tisch sei Makulatur. Doch aus Respekt gegenüber den Beteiligten wollte die FDP teilnehmen, sagte FDP-Partei und -Fraktionschef Christian Lindner. 

Der Verband "Lehrer NRW" wiederum hielt Löhrmann vor, sie habe den Runden Tisch zu einer Farce gemacht, weil sie mit ihrem Vorschlag für eine individuelle Wahlfreiheit der Schüler vorgeprescht sei. 

Zu dem Treffen in Düsseldorf waren Vertreter von Schulträgern, Lehrern, Schülern und Eltern, Repräsentanten von Wirtschaft und Gewerkschaften sowie aller Landtagsfraktionen geladen. Auch mehrere Bürgerinitiativen setzen sich wie die Landeselternschaft für eine Rückkehr zu G9 ein. - dpa

Quelle: wa.de

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