In der Ruhr darf endlich wieder gebadet werden

+

Essen (dpa/lnw) - Erstmals nach 40 Jahre langem Verbot dürfen Menschen vom kommenden Jahr an wieder in der Ruhr baden. An einer Staustufe in Essen, dem Baldeneysee, entstehe eine abgegrenzte Badestelle, teilte der Ruhrverband bei der Vorlage des Ruhrgüteberichts am Mittwoch in Essen mit.

"Die Stadt Essen wird damit als erste Großstadt in Deutschland eine rechtskonforme Badestelle in einem natürlichen Fließgewässer umsetzen können", sagte Technikvorstand Norbert Jardin.

Wegen zu hoher Belastung der unteren Ruhr war der Betrieb vor mehr als 40 Jahren untersagt worden. Inzwischen sei die Wasserqualität wieder sehr gut, sagte Jardin. Das sei die Voraussetzung für den Betrieb einer Badestelle. Es könnten auch Freibäder an anderen Staustufen entstehen. Dazu müssten zweijährige Messreihen eine ausreichende Wasserqualität bestätigen.

Einschränkungen für die Bäder gebe es aber, wenn beispielsweise durch Hochwasser höhere Schadstoffgehalte gemessen würden. Das führe zu vorübergehenden Badeverboten. An normalen Flussstellen darf wegen der höheren Fließgeschwindigkeit und Untiefen offiziell gar nicht gebadet werden.

Seit den 70er und 80er Jahren ist der Schadstoffgehalt in dem 219 Kilometer langen Fluss deutlich zurückgegangen. Derzeit bauen die Wasserwerke die Reinigungsstufen sogar aus, um Medikamentenrückstände oder das umstrittene Glyphosat, das in Pflanzenschutzmitteln enthalten ist, noch besser herauszufiltern. Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Es wird über Agrarflächen in den Fluss eingeschwemmt. Grenzwerte würden aber jetzt schon unterschritten, sagte Jardin. Im Einzugsgebiet der Ruhr werden 4,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt.

Um den Fluss für Fische durchgängig zu machen, werden an den Stauwehren weitere Fischtreppen eingebaut. Höhepunkt wird ein Fischlift am Baldeneysee. Damit könnten Wanderfische wie Aale, Eschen, Forellen oder Lachse in einigen Jahren die untere und mittlere Ruhr durchschwimmen.

dpa

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare