NRW rechnet mit anhaltend hohen Flüchtlingszahlen

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Arnsberg - Die Flüchtlingszahlen bleiben konstant hoch. Zum Schuljahresbeginn werden zwar einige Sporthallen wieder frei, viele werden aber noch bis zu den Herbstferien als Notunterkünfte gebraucht.

 In Nordrhein-Westfalen werden in diesem Jahr nach einer neuen Schätzung der Bezirksregierung Arnsberg insgesamt rund 150.000 Flüchtlinge erwartet. Ursprünglich war das Land von 100.000 Menschen ausgegangen. Derzeit kommen aber täglich bis zu 1000 Menschen nach NRW. 85.000 Flüchtlinge waren es bis Ende Juli, sagte ein Sprecher am Dienstag in Arnsberg.

Die Erstaufnahme in Dortmund musste am Montagabend zum wiederholten Male wegen Überlastung vorübergehend schließen und Flüchtlinge an andere Stellen verweisen. Das Land habe der Dortmunder Stelle nicht genügend Aufnahmekapazität in Notaufnahmen bieten können, teilte die Stadt mit. In NRW können sich ankommende Flüchtlinge an fünf Erstaufnahme-Einrichtungen wenden.

Von den 150.000 erwarteten Flüchtlingen verlässt ein Teil NRW umgehend wieder. Nach dem bundesweiten Verteilungsschlüssel muss NRW knapp 22 Prozent aller Flüchtlinge aufnehmen. Kommen mehr, wie es derzeit der Fall ist, werden sie in andere Bundesländer geschickt.

Zurzeit verfügt NRW über 20.000 Plätze in Landesunterkünften, die Hälfte etwa in 90 Notunterkünften. Viele Schulturnhallen werden noch bis Ende der Herbstferien genutzt. Einige Hallen sollen aber kurzfristig den Schulen zurückgegeben werden. In Düsseldorf ziehen beispielsweise Flüchtlinge in die Sporthalle der Universität um. Es würden an anderer Stelle aber weiter Notunterkünfte hinzukommen, sagte der Sprecher der Bezirksregierung.

In der Landeshauptstadt werden derzeit noch sieben Turnhallen für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Köln hat derzeit vier Turnhallen für Flüchtlinge hergerichtet. Eine andere Unterbringung ist noch nicht in Sicht, hieß es. In Bonn mussten noch keine Turnhallen umfunktioniert werden.

Als ein "tolles Beispiel für Hilfe" lobte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Initiative "Willkommen in Mülheim". Im "Warenhaus" von Reinhard Jehles werden Sachspenden wie gebrauchte Kleidung, benutzbare Haushaltswaren oder noch funktionierende Elektrogeräte an Flüchtlinge weitergegeben. "Ich bin beeindruckt, wie die Leute in die Hände spucken und die Probleme anpacken, um zu helfen", sagte Jäger. - dpa

Quelle: wa.de

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