Queen-Musical bis zum 16. August am Rhein

"We will rock you" feiert nach fast sieben Jahren Comeback in Köln

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"We will rock you" ist zurück in Köln. Das Queen-Musical ist bis zum 16. August zu sehen.

Köln - Der Abschied am 30. September 2008 war nicht für immer. Das steht jetzt fest. Fast sieben Jahre nach der vermeintlich letzten Vorstellung ist das "Queen"-Musical „We will rock you“ zurück im Musical Dome in Köln - wenn auch nur auf (kurze) Zeit. Dort, wo es fast vier Jahre lang ein einziger großer Erfolg gewesen war und fast zwei Millionen Zuschauer angelockt hatte.

Nach vier sogenannten „Previews“ feierte das temporeiche und laute Spektakel am Sonntagabend offizielle (Erneut-)Premiere am Rhein – mit einigen alten wie etlichen neuen Darstellern, mit leichten Veränderungen beim einen oder anderen Charakter.

Die "Bohemians": (von links) Scaramouche, Galileo Figaro, Brit(ney Spears) und Ozzy.

„Aktualisierte Version“ nennt Queen-Legende Brian May das Ganze. Geblieben sind 21 Songs von Queen. Von Rock-Hymne bis Ballade. Mal auf englisch mit dem Original-Text, dann „eingedeutscht“. Der Inhalt ist identisch: Einige wenige Rebellen („Bohemians“) trauern jener Zeit hinterher, als die Musik noch handgemacht war und nicht ausschließlich aus dem Computer stammte. Sie lehnen sich nach ihrem Abitur endgültig gegen die „Gaga-Welt“ auf. Gegen stereotype Outfits, gegen die „Killer Queen“ (Goele de Raedt) und gegen deren Handlanger, Kommandant „Kashoggi“ (Martin Berger).

Held „Galileo Figaro“ (Christopher Brose) heißt mit Spitznamen jetzt „Fiffi“ statt „Lilli“, der „Planet ebay“ heißt jetzt „Planet iPad“. Aus der „Jeanette Biedermann“ von 2008 wurde jetzt „Britney Spears“.

Neu im Skript ist Helene Fischer, geblieben ist Dieter Bohlen. Und die heimliche Heldin heißt immer noch „Scaramouche“ (Jeannine Michèle Wacker) – und ist irgendetwas zwischen Galileos „Baby“ und „Bitch“, die ihrem Schwarm nach der ersten gemeinsamen Nacht vorwirft, die Socken anbehalten zu haben. Wer da wohl die Hose an hat...

Geblieben sind dem Musical altbekannte Prädikate: ironisch-satirisch bis komödiantisch, perfekt inszeniert, gesanglich wie tänzerisch sehenswert.

Nein, das mehr als dreistündige Rock-Event erhebt nicht den Abspruch, eine echte Ode an Queen zu sein, sondern vielmehr ein amüsantes Denkmal im modernen Gewand, das an den Sound von Mercury und Co. erinnert. Wer da nicht klatscht und mitgeht...

Überragend wie eh und je: Martin Berger als Kommandant Kashoggi.

Der Sound der achtköpfigen Live-Band reicht von wuchtig bis dezent, überlagert leider hin und wieder die Lautstärke des Gesangs. So kommen Killer Queen und Kashoggi beim Duett „It´s a kind of magic“ nicht ansatzweise gegen die Musiker an, zumal auch das sehr wohl hörenswerte Ensemble bisweilen zu mächtig daher kommt. Die Zeit vergeht indes wie im Flug. Das Publikum ist leichte Beute von Schauspiel, Gesang und Musik. Knicklichter sorgen nach der Pause für zusätzliche Stimmung bei den ruhigeren Tönen - vor allem beim Duett von Galileo und Scaramouche "Wants to live forever" sowie beim "These are the days of our lives" (gesungen von "Bap"/Leon Van Leeuwenberg) und bei der finalen "Bohemian Rhapsody".

Am Ende der Premiere steht der Saal, für die Darsteller gibt es Blumen. Knapp 2000 Zuschauer gehen mit Ohrwürmern nach Hause. Die ersten drehen direkt nebenan in der Tiefgarage die Anlage im Auto auf und lassen die Scheiben herunter. "We will rock you" hallt es durch die Kölner "Unterwelt". So viel steht fest: Einige kommen noch während des Musical-Comebacks wieder.

Karten gibt es fast noch für alle Vorstellungen zwischen 26,90 und 89,90 Euro zzgl. Gebühren. Gespielt wird dienstags bis freitags um 19.30 Uhr, samstags um 14.30 und 19.30 Uhr sowie sonntags nur um 14.30 Uhr.

Quelle: wa.de

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