Prozessauftakt gegen drei Dortmunder nach Überfall am Tegernsee

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Symbolbild.

München/Dortmund - Knapp zwei Jahre nach einem brutalen Überfall mit Millionenbeute auf ein Ehepaar am Tegernsee stehen seit Mittwoch zwei Brüder wegen versuchten Mordes und schweren Raubes vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Duo zum Prozessauftakt vor dem Landgericht München vor, bei dem Überfall im Januar 2014 Meißner Porzellan im Wert von mehr als einer Million Euro sowie Schmuck und Uhren für 250 000 Euro erbeutet zu haben. Die Männer sollen über die Terrasse in das Haus in Rottach-Egern eingedrungen sein. Dann hätten die 42 und 49 Jahre alten Angeklagten den Ehemann niedergeschlagen und beide Eheleute mit Kabelbindern an Stühle gefesselt. Vor ihrer Flucht sollen die Brüder den jetzt 73 Jahre alten Mann und seine drei Jahre ältere herzkranke Frau mit einer Flüssigkeit besprüht haben, "um etwaige DNA-Spuren zu vernichten".

Paar wurde nach 15 Stunden gefunden

Dann ließen sie laut Anklage die Rollos herunter, damit sich die Opfer nicht bemerkbar machen konnten. Nur wegen eines für den folgenden Tag vereinbarten, nicht eingehaltenen Termins wurde das Paar nach gut 15 Stunden gefunden. Der Gesundheitszustand der Frau habe sich durch das Verbrechen derart verschlechtert, dass sie zu einer Zeugenaussage nicht in der Lage sei, sagte die Anwältin des Paares. Der ältere Bruder und ein wegen Anstiftung mitangeklagter 56-Jähriger waren im Oktober 2014 in Dortmund gefasst worden. Sie sollen sich mit dem jüngeren Bruder, der wenig später in Russland aufgegriffen wurde, "zur Verübung fortgesetzter Diebes- und Raubtaten verbunden" haben.

Durch Dachziegel an Geld gekommen

Das Objekt in Rottach-Egern am Tegernsee soll der mutmaßliche Anstifter ausgekundschaftet haben.  Er hatte die Eheleute bei der Geburtstagsfeier eines Bekannten kennengelernt, der ihm von der Porzellansammlung erzählt hatte. Der Ehemann war durch die Herstellung von Dachziegeln vornehmlich für die Restaurierung alter Bauwerke zu Geld gekommen, das er in 25 Porzellanteile der frühen Meißner Jahre von 1720 bis 1750 investierte. Der Großteil der geraubten Sammlung konnte sichergestellt werden, zum Teil bei einem Kunsthändler, der nun wegen Hehlerei mit auf der Anklagebank sitzt. Die Verhandlung begann mit Verspätung, weil einer der Angeklagten von einem auswärtigen Gefängnis nicht rechtzeitig nach München überstellt wurde. Bis Mitte Januar sind 13 Verhandlungstage angesetzt.

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Quelle: wa.de

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